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Rohstoffe Ölpreise fallen auf Monatstief – USA sprechen mit anderen Ländern über Anzapfen von Ölreserven

Große Volkswirtschaften wie die USA, Japan, Südkorea, Indien und China könnten nationaler Erdölreserven teilweise freigeben. Das würde die Preise drücken.

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Brent ist die für Europa wichtigste Ölsorte. Die Sorte WTI stammt aus den USA. Quelle: dpa

Die Ölpreise haben am Donnerstag ihre Verluste ausgeweitet. In der Nacht fielen die Preise für Nordseeöl und US-Rohöl auf einmonatige Tiefstände. Ein Barrel der Nordseesorte Brent verbilligte sich am Donnerstag zeitweise um mehr als ein Prozent auf 79,28 Dollar. US-Öl WTI fiel um 1,4 Prozent auf 77,50 Dollar pro Fass.

Ausschlaggebend für die Verluste sind Spekulationen um eine teilweise Freigabe nationaler Erdölreserven durch große Volkswirtschaften. Die US-Regierung hat nach Reuters-Informationen mit wichtigen anderen Ländern über einen derartigen Schritt gesprochen.

Ziel eines derartigen koordinierten Vorgehens wäre es, die Ölpreise nach unten zu drücken und das Wirtschaftswachstum anzukurbeln, sagten mehrere mit der Angelegenheit vertraute Personen. Demnach wurden diese Gespräche in den vergangenen Wochen unter anderem mit Japan, Südkorea, Indien und China geführt. Sie seien nicht abgeschlossen. Es gebe auch keine endgültige Entscheidung darüber, ob es zu einem solchen Schritt oder anderen zur Beeinflussung der Ölpreise kommen werde.

Das US-Präsidialamt wollte sich nicht zum Inhalt der - in der Vergangenheit wiederholt bestätigten - Gespräche mit anderen großen Energieverbraucher-Staaten äußern. Präsident Joe Biden hatte das Förderkartell Opec und verbündete Produzenten wie Russland wiederholt dazu aufgerufen, ihre Ölförderung schneller auszuweiten.

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    "Eine koordinierte Aktion hätte sicher einen größeren Einfluss auf den Ölmarkt als wenn nur die USA alleine diesen Weg gehen würden", erklärte Commerzbank-Analyst Daniel Briesemann. Zuletzt habe es eine solche Aktien vor zehn Jahren gegeben, als der Bürgerkrieg in Lybien zu einem Ausfall der dortigen Ölproduktion führte.

    "Die USA wollen ihre Inflation in den Griff bekommen und China hätte womöglich nichts dagegen, niedrigere Ölpreise zu sehen", sagte John Driscoll, Geschäftsführer von der Beratungsfirma JTD Energy.

    Rohstoffanalyst Vivek Dhar von der Commonwealth Bank of Australia geht davon aus, dass der aktuelle Preisrutsch nur temporärer Natur ist. "Die Freigabe strategischer Lagerbestände wird die Ölpreise wahrscheinlich nur vorübergehend senken. Es besteht eine gute Wahrscheinlichkeit, dass die Märkte ein solches Ereignis bereits eingepreist haben."

    Der Preis für die Ölsorte Brent ist in diesem Jahr wegen der anziehenden Weltkonjunktur um bis zu 69 Prozent gestiegen. Die Entwicklung gilt als ein Grund für den Inflationsanstieg in vielen westlichen Ländern.

    Hier geht es zur Seite mit dem Brent-Preis, hier zum WTI-Kurs

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