WiWo App Jetzt gratis testen
Anzeigen

Rubel Russland will internationale Rolle seiner Währung stärken

Eine eigene Ratingagentur wurde bereits ins Leben gerufen, ebenso ein eigenes Zahlungssystem. Nun will Moskau auch die internationale Rolle der Landeswährung im Zahlungsverkehr ausbauen.

  • Artikel teilen per:
  • Artikel teilen per:
Die Änderungen sollen dazu führen, dass Banken im Ausland, einschließlich der Tochterfirmen heimischer Institute wie Sberbank und VTB, mehr Rubel erwerben und besitzen müssen. Quelle: dpa

Moskau Russland möchte mit der Schaffung eines Offshore-Marktes für den Rubel die Stellung seiner Währung auf der Weltbühne stärken. Dies würde auch dazu beitragen, die Auswirkungen der westlichen Sanktionen gegenüber Russland abzumildern, sagte der stellvertretende russische Finanzminister Alexej Moisejew der Nachrichtenagentur Reuters. „Die Idee, dass der Rubel eine Reservewährung werden sollte, wurde nicht verworfen.“ Die Zentralbank unterstütze das Vorhaben. Die Regierung wolle in diesem Zusammenhang unter anderem Vorschriften lockern, die Firmen dazu anhalten, Exportumsätze zurück nach Russland zu holen. Gegen das Land sind seit 2014 Wirtschaftssanktionen des Westens in Kraft. Russland forciert deshalb den Aufbau seiner eigenen Finanzinfrastruktur. Damit will es sich auch vor den Folgen eventueller weiterer Einschränkungen für heimische Banken und Unternehmen schützen. Eine eigene Ratingagentur wurde bereits ins Leben gerufen, ebenso ein eigenes Clearinghaus und Zahlungssystem. Nun will Moskau auch die internationale Rolle der Landeswährung im Zahlungsverkehr ausbauen. Sie soll unter anderem bei der Abwicklung von Transaktionen zwischen heimischen Firmen und Unternehmen im Ausland stärker zum Einsatz kommen.

Moisejew zufolge schlägt sein Ministerium vor, dass den Unternehmen von 2020 an gestattet werde, einen Teil ihrer im Ausland erhaltenen und in Rubel umgewandelten Erträge dort zu belassen. Dies solle stufenweise eingeführt werden, abhängig davon, was die jeweiligen Unternehmen exportieren. Die Änderungen sollen dazu führen, dass Banken im Ausland, einschließlich der Tochterfirmen heimischer Institute wie Sberbank und VTB, mehr Rubel erwerben und besitzen müssen.

Mehr: Das US-Repräsentantenhaus will den Kauf russischer Staatsanleihen verbieten. Das Gesetz ist noch nicht durch, sorgt aber bereits für Unruhe.

Jetzt auf wiwo.de

Sie wollen wissen, was die Wirtschaft bewegt? Hier geht es direkt zu den aktuellsten Beiträgen der WirtschaftsWoche.
Diesen Artikel teilen:
  • Artikel teilen per:
  • Artikel teilen per:
© Handelsblatt GmbH – Alle Rechte vorbehalten. Nutzungsrechte erwerben?
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%