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Russischer Markt "Für antizyklische Investoren ist Russland attraktiv"

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Lukrativ für Investoren?

Sehr optimistisch klingt das nicht.

Man muss sagen: Noch haben wir keine klare Trendwende. Spannend sind etwa die weiteren Aussichten auf Fed-Zinserhöhungen und die Frage nach deren Auswirkungen. Russland wird davon voraussichtlich weniger betroffen sein als andere Emerging Markets, die stärker im Ausland verschuldet sind. Da wird Russland wohl eher keine Probleme haben, denn durch die Sanktionen hat das Land ja wenig Zugang zu Auslandsfinanzierung.

Welche russischen Unternehmen sind lukrativ für Investoren?

Was uns sehr gut gefällt, ist der Einzelhandelssektor, also die Supermarktketten. Das ist einer der Sektoren in Russland, wo wir sehr gutes Wachstum sehen. Und die Supermarktketten sind im Vergleich zu ihrer Historie immer noch sehr günstig bewertet. Zudem setzen wir stark auf das Dividendenthema: Da gibt es sieben bis acht Prozent, in manchen Fällen sogar zweistellige Dividendenrenditen. Interessant sind etwa die Vorzugsaktien im Ölsektor oder Gazprom Neft. Attraktiv ist auch der Metall- und Düngemittelbereich, denn diese Exporteure profitieren vom niedrigen Rubelpreis und bieten teilweise ordentliche Dividendenrenditen.

Warum Putins Champagner so teuer ist
Die Russen sind für ihren Wodka bekannt. Doch sie stellen auch Weine und Champagner her. Im südrussischen Abrau-Durso, in der Krasnodar-Region nahe der Schwarzmeerküste, liegen die Weinberge des russischen Oligarchen Boris Titow. Quelle: Bloomberg
Abrau-Durso wurde vor 145 Jahren vom russischen Zaren Alexander II. gegründet, nachdem er in Frankreich einen Champagner gekostet hatte. Quelle: Bloomberg
Nach Angaben der Tageszeitung „Die Welt“ sind in Abrau-Durso im vergangenen Jahr 27 Millionen Flaschen abgefüllt worden. Der auf dem Weingut produzierte Schampus wurde zuletzt unter anderem bei den Olympischen Spielen in Sotschi ausgeschenkt. Die Weine werden in den feinsten Moskauer Hotels angeboten. Quelle: Bloomberg
Exekutivdirektor Petr Sleptschenko versichert, dass das Gut nicht unter den wirtschaftlichen Sanktionen des Westens gegen Russland leidet: „Wein und Sekt sind Nischenprodukte, die nicht auf der Liste der verbotenen Güter stehen.“ Quelle: Bloomberg
Mit einer Lampe inspiziert eine Mitarbeiterin die Inhalte der Sektflaschen. 16 Länder nehmen laut „Die Welt“ derzeit die Weine und Schaumweine ab. Quelle: Bloomberg
Die Ware soll perfekt sein. Deswegen inspizieren zwei Mitarbeiterinnen fertige Flaschen des russischen Champagners auf dem Produktionsband. Quelle: Bloomberg
Die fertigen Weine stehen auf den Speisekarten von mehr als 85 Restaurants in Moskau. Eine Flasche kostet bis zu 10.000 Rubel, umgerechnet 200 Dollar. Quelle: Bloomberg

Sie verwalten neben dem Russland-Fonds auch den Raiffeisen Osteuropa-Fonds. Wie hat sich dieser 2015 entwickelt?

Wir hatten bis zum Frühjahr eine sehr gute Entwicklung, dann sind wir allerdings vom globalen Sentiment wieder nach unten getrieben worden. So hatte etwa die Türkei Probleme, weil die politische Situation instabil wurde. Das hat sich nach den Wahlen allerdings gegeben. Durch diese politische Stabilisierung glauben wir auch, dass der türkische Markt wieder sehr attraktiv ist. Auch das Reformprogramm der Regierung verspricht den Konsum anzukurbeln, etwa durch Mindestlohnerhöhungen und soziale Verbesserungen. Aber auch unternehmensfreundliche Maßnahmen wurden angekündigt, wie etwa Liberalisierungen im Arbeitsrecht. Daher rechnen wir mit einem nachhaltigen Wachstum in der Türkei.

Ein Blick hinter die Tore einer russischen Autofabrik
GAZ Quelle: Sebastian Schaal
GAZ Quelle: Sebastian Schaal
Kleintransporter GAZelle Quelle: Sebastian Schaal
Logo von GAZ Quelle: Sebastian Schaal
Rote Sterne in Metallzäunen bei GAZ Quelle: Sebastian Schaal
Fabrik von GAZ von außen Quelle: Sebastian Schaal
GAZ Quelle: Sebastian Schaal

Auch Griechenland ist in Ihrem Fonds vertreten. Wie wird sich der griechische Markt 2016 entwickeln?

Wir haben uns in Griechenland lange Zeit sehr stark zurückgehalten, vor allem bei den Banken. Wir haben selektiv in Nicht-Finanz-Titel investiert und das ist auch gut aufgegangen. Nun ist die Bankenrekapitalisierung allerdings erfolgreich abgeschlossen. Deshalb beginnen wir langsam in diesem Sektor zuzukaufen.

In Arbeit
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Polen gerät wegen seiner Rechtsregierung derzeit in die Schlagzeilen. Was bedeutet das für Anleger?

Wirtschaftlich ist Polen stark und profitiert von der guten Konjunktursituation in Westeuropa, da es dort sehr starke Exportverflechtungen gibt. Polen wird 2016 um dreieinhalb Prozent wachsen und vielleicht noch mehr. Das Makrobild ist also sehr positiv. Was nicht so positiv ist, ist die neue Regierung, die eher dem rechtspopulistischen Bereich zuzurechnen ist. Diese ist sicher nicht so investoren- und unternehmerfreundlich wie die vorherige Regierung. So soll etwa eine Bankensteuer eingeführt werden. Eine weitere Frage ist, wie Polen mit dem Thema Schweizer-Franken-Kredite umgehen wird. Eventuell ergreift die Regierung Maßnahmen bei privaten Pensionsfonds, die bereits vor einigen Jahren gestutzt wurden. Diese Punkte bringen eine gewisse Unsicherheit für Investitionen in Polen.

Wie wird sich der Osteuropa-Fonds 2016 Ihrer Meinung nach entwickeln?

Wie für Russland gilt, dass wir durch die extrem negative Marktentwicklung der letzten Tage und Wochen auf einem sehr tiefen Niveau angekommen sind. Das Sentiment ist für Osteuropa sicher seit längerer Zeit nicht sehr gut, vor allem durch die Russland-Thematik und zuvor auch durch die Turbulenzen in der Eurozone. Ich kann nicht sagen, ob wir den Tiefpunkt schon erreicht haben. Aber für antizyklische Investoren und langfristige Investments sind die Märkte attraktiv.

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