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Samsung-Aktie knickt ein Naht das Ende des Speicherbooms?

Samsung-Smartphones in einem Shop in Seoul, Südkorea. Wie groß ist die Nachfrage nach immer stärkeren Chips? Quelle: REUTERS

Analysten stufen ihre Empfehlung für Samsung-Aktien herab: Sie erwarten, dass die weltweite Speicherchip-Produktion ihren Höhepunkt erreicht hat. Läutet das das Ende von Samsungs Börsenrally ein?

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Am Montagmorgen verlor die Aktie von Samsung mehr als fünf Prozent. Grund dafür war eine Studie von Analysten der Investmentbank Morgan Stanley, wie die Nachrichtenagentur Reuters berichtet. In der Studie hatten die Analysten ihren Ausblick für die Samsung-Aktie gesenkt, weil sie fürchten, dass der Boom in der Chipproduktion seinen Zenit erreicht hat.

Samsung gehört zu den weltweit führenden Unternehmen für Speicherchips. Der Konzern produziert vor allem Arbeitsspeicher, in der Industrie als DRAM bezeichnet, und Flash-Speicher, die sogenannten NAND, die etwa in den SSD-Festplatten von Samsung sitzen. Sie werden überwiegend in Rechenzentren, Festplatten, Computern, Tablets und Smartphones verbaut.

Im Oktober hatte Samsung für das dritte Quartal noch einen Rekordgewinn von knapp 13 Milliarden Dollar gemeldet. Haupttreiber dafür: das Geschäft mit den Speicherchips.

Server in Rechenzentren und auch Smartphones wurden in den vergangenen Jahren mit immer stärkeren Speichern ausgestattet. Die Industrie sprach von einem Superzyklus für Speicherchips. Aufgrund der hohen Nachfrage konnten Konzerne wie Samsung bei steigendem Absatz auch ihre Preise erhöhen.

Doch jetzt stellen Investoren infrage, wie lange der Konzern noch von den Verkäufen seiner Chips profitieren kann. Die Analysten von Morgan Stanley stuften die Samsung-Aktie entsprechend herab. Während sie zuvor noch der Ansicht waren, dass die Aktie im Portfolio von Anlegern stärker vertreten sein sollte als der Gesamtmarkt, halten sie Samsung nun nicht mehr für aussichtsreicher als andere Konzerne.

Die Aktie erhielt von ihnen jetzt den Titel „equal weight“, was nichts anderes heißt, als dass sie erwarten, dass die Samsung-Aktie sich mit dem Markttrend bewegen wird. Für 2018 sehen sie kein weiteres signifikantes Wachstum im Speichergeschäft von Samsung.

„Wir sehen ein Risiko für Kursverluste, weil die Preise für NAND-Speicher im vierten Quartal 2017 gesunken sind“, schreiben die Analysten in ihrer Studie. Auch für die DRAM-Arbeitsspeicher sehen sie im kommenden Jahr keine weitere Dynamik.

Die Samsung-Aktie verlor am Montag in der Spitze über fünf Prozent, der größte Verlust seit über einem Jahr. Nun müssen Anleger entscheiden, ob der schwache Ausblick für das Speichergeschäft auch den gesamten Wachstumstrend von Samsung stoppen könnte. Die Aktie legte in diesem Jahr bereits um fast 50 Prozent zu.

Neben Samsung werteten die Morgan-Stanley-Analysten auch die Aktien vom Konkurrenten Taiwan Semiconductors herab. Andere Analysten sehen daneben vor allem Unternehmen wie SK Hynix von den sinkenden Preisen der Chips betroffen. SK Hynix ist nach Samsung einer der größten Hersteller von Speicherchips der Welt. Die Aktie verlor am Montag ebenfalls deutlich, mit knapp vier Prozent aber weniger als Samsung.

„Die Märkte haben heute zu sensibel auf die Nachricht reagiert“, sagte Greg Roh der Agentur Reuters. Der Analyst von HMC Investment meint: Die Preis-Entwicklung war in der Industrie bereits bekannt.

„Wir wussten alle, dass die Preise für NAND-Speicher sinken. Ich halte es auch für dringend nötig, um die starke Nachfrage aufrechterhalten zu können und die Umsätze weiter zu steigern“, sagte Roh. „Zudem ist Samsung stark bei der Herstellung für die Chips von SSD-Festplatten, die in den Datenzentren von Unternehmen genutzt werden, die sind von Preisabschlägen weniger betroffen.“

Auch Samsung selbst zeigt sich unbeeindruckt. Im Oktober gab der Konzern seine Prognose für 2018 ab – und rechnet weiterhin mit starken Absätzen im Speicherchip-Geschäft.

Mit Material von Bloomberg.

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