Sanierungsgutachten geplant Anleger lassen Gerry Weber fallen

Gerry-Weber-Anleger nehmen Reißaus, Aktie sackt ab Quelle: imago images

Wie die Rivalen Tom Tailor oder Hugo Boss steht auch Gerry Weber im harten Wettkampf mit der Online-Konkurrenz. Mit einer Prüfung der Sanierungsfähigkeit schreckt der Modekonzern nun seine Anleger auf.

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Der unter Druck geratene Modekonzern Gerry Weber lässt seine Sanierungsfähigkeit überprüfen und verschreckt damit seine Anleger. Die Aktie sackte am Montag in der Spitze um mehr als 27 Prozent auf drei Euro ab und markierte damit den tiefsten Stand seit 15 Jahren. Banken fordern bei angeschlagenen Unternehmen oft ein Sanierungsgutachten, bevor sie Kredite verlängern oder neue vergeben. Dabei nehmen externe Wirtschaftsprüfer einen Sanierungsfall unter die Lupe und prüfen, ob er zukunftsfähig ist. Ergebnisse sollen bis Mitte Oktober vorliegen. Die Verluste bei Gerry Weber waren in den ersten neun Monaten des Geschäftsjahres nochmals gestiegen.

Analyst Jürgen Kolb von Kepler Cheuvreux sagte, die Einholung des Gutachtens spiegele die Not von Gerry Weber wider. „Es gibt einigen Zeitdruck für den Bericht, da Gerry Weber zwei Schuldscheine von zusammen über 31 Millionen Euro im November refinanzieren muss.“ Das Ergebnis des Gutachtens werde für die Verhandlungen mit den Banken entscheidend sein.

Der westfälische Damenmodehersteller ist seit einigen Jahren in der Bredouille und versucht, durch einen Konzernumbau wieder in die Spur zu kommen. Wie die Rivalen Tom Tailor, Ahlers oder Hugo Boss steht Gerry Weber im harten Wettkampf mit der Online-Konkurrenz von Amazon bis Zalando, aber auch mit der spanischen Zara-Mutter Inditex. Zara ist Vorreiter bei schnell wechselnden Kollektionen und damit den hiesigen Modefirmen immer einen Schritt voraus.

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