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Schaltbau, Abbott Labs, Airbus Die Anlagetipps der Woche

Die Daimler-Aktie, die Wachstumsstärke der Amazon-Anleihen und deutsche Nebenwerte: Aktien, Anleihen und Fonds für die private Geldanlage.

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Daimler Quelle: REUTERS

Aktientipp: Daimler - Rabatt durch Sippenhaft und Krisenangst

284 253 Mercedes-Fahrzeuge hat Daimler in diesem Jahr in China bisher verkauft, ein Drittel mehr als im gleichen Zeitraum des Vorjahres. Im September avancierte China für Daimler zum wichtigsten Absatzmarkt, der mittlerweile zehn Prozent des gesamten Konzernumsatzes einbringt. Trotz wirtschaftlicher Abschwächung sind auch die weiteren Aussichten in China keineswegs nur düster: Für die nächsten Monate könnten neue staatliche Anreize zur Marktbelebung sogar zu höheren Absatzzahlen führen als bisher befürchtet.

An die neun Milliarden Euro kann Daimler im Gesamtkonzern in diesem Jahr netto verdienen; so viel wie nie zuvor. Basis ist das florierende Kerngeschäft mit Automobilen. Hier profitiert Daimler von guten Verkäufen in der Kompaktklasse, dem relativ jungen Volumenmodell C-Klasse sowie den souveränen Verkaufszahlen bei Luxuslimousinen. Neu am Start stehen mehrere Geländemodelle. Dass die Gewinnmarge vor Zinsen und Steuern im Autogeschäft mittlerweile auf über zehn Prozent geklettert ist, signalisiert Marktstärke und weiterhin gute Erträge. Im Nutzfahrzeuggeschäft dämpft zwar der krisenbedingt schwache Absatz in Südamerika und Russland, gute Verkäufe von Transportern in Europa dürften das aber ausgleichen.

Aktientipp Daimler

Krisenängste und die Sippenhaft im VW-Skandal haben Daimler-Aktien in den vergangenen zwei Monaten um ein Viertel gedrückt. Mittlerweile hat der Kurs wieder nach oben gedreht – aber günstig ist die Aktie noch immer.

Anleihetipp Amazon

Anleihetipp: Amazon- Geliefert wird prompt, auch Rendite im Greenback

Amazon ist ein Phänomen. Es gibt kein zweites Unternehmen, das seit 20 Jahren in jeder Saison den Umsatz so deutlich erhöht und dabei insgesamt von einer halben Million Dollar Geschäftsvolumen auf 105 Milliarden Dollar gewachsen ist. Diese Wachstumsstärke kommt auch Anleihekäufern zugute. Dabei liefern Amazon-Anleihen mittlerer Laufzeit mit 2,5 Prozent sogar gute Jahresrenditen. Dass die Anleihen in Dollar notieren, hat Vorteile: Zum einen ist das Zinsniveau in der US-Währung höher als im Euro-Raum. Zum anderen ist der Dollar wegen der anhaltenden Unsicherheit der europäischen Wirtschaft auch eine Fluchtwährung.

Kurs104,10 Prozent
Kupon3,30 Prozent
Rendite
2,57 Prozent
Laufzeit bis5.12.2021
WährungDollar
ISINUS023135AM87
Stand: 29.10.2015

Das Erfolgsgeheimnis von Amazon ist seine Wandelbarkeit. Vor zwei Jahrzehnten begann Amazon mit dem Versand von Büchern, Videos und CDs. Heute tragen Medien nur noch ein Viertel zum Umsatz bei, dafür sind Elektronikprodukte der Schwerpunkt. Neu dazu kommt nun der Versand von Lebensmitteln und Produkten des täglichen Bedarfs. Noch erreicht der Anteil des Onlinehandels hier nur einstellige Prozente. Doch bis 2025, so die Prognose des Konsumforschungsinstituts GfK, kann sich dieser Anteil vervielfachen. Bei seiner Expansion geht Amazon zunehmend über das reine Versandgeschäft hinaus. Auf einer eigenen Cloud-Plattform bietet Amazon Internetdienstleistungen an, über Prime Instant Video ist Amazon stark im Streaming-Geschäft, dem Vermieten von Filmen und Serien via Internet.

Kennzeichnend für Amazon ist, dass die Einnahmen aus dem laufenden Geschäft im Wesentlichen wieder in das Unternehmen gesteckt werden. Die Nettogewinne fallen mager aus – in den ersten neun Monaten dieses Jahres waren es nur 114 Millionen Dollar. Die Eigenkapitalquote in der Bilanz liegt bei 22 Prozent, kein Problem für das wenig kapitalintensive Versandgeschäft. Für S&P ist Amazon mit AA- ein Investment im obersten Bereich.

Fondstipp: Deutsche Nebenwerte


Fondstipp: FPM Germany Small - Gute Zeiten für Schnäppchenjäger

Chinas verlangsamtes Wachstum hat zuletzt tiefe Spuren bei deutschen Nebenwerten hinterlassen. Erst hat es den Autozulieferer Leoni erwischt. Dann folgte der Spezialmaschinenbauer Manz. „Bei Leoni haben wir nahe Buchwert nachgekauft“, sagt Fondsmanager Raik Hoffmann. Das Management habe die Nachfrage nach neuen Produkten unterschätzt. Kurzfristig mussten Produktionskapazitäten in Rumänien geschaffen und Arbeitskräfte aus anderen Werken herbeigeschafft werden, was die Kosten nach oben getrieben und die Gewinne geschmälert habe. Trotz Gewinnwarnung bleibe das Unternehmen jedoch profitabel.

Anders sehe es bei Manz aus. „Der Maschinenbauer hat wegen seiner Informationspolitik an der Börse viel Vertrauen verloren“, sagt Nebenwertespezialist Hoffmann, der vorerst die Finger von Manz lässt.

Fondstipp FPM Germany Small

Beim Sitze- und Konsolenhersteller Grammer dagegen habe sich der FPM-Fonds über die vergangenen Monate — zum Teil zum Buchwert — eingekauft, so Hoffmann. „Grammer war unter Druck geraten, weil insbesondere die Kunden aus der Lkw- und Landmaschinenbranche ihre Aufträge runtergefahren haben.“ Er halte den Kurssturz jedoch für übertrieben. Schließlich habe der Zukauf der Reum-Gruppe, ein Spezialist für Metall- und Kunststofftechnik, die Marktposition von Grammer als Fahrzeugzulieferer verbessert.

Die deutschen Nebenwerte hätten nicht nur schlechte Nachrichten geliefert, so Hoffmann. Autovermieter Sixt beispielsweise habe fürs dritte Quartal ein Konzernergebnis von 79 Millionen Euro gemeldet, dass deutlich über den Erwartungen gelegen habe. Sixt gehört zu den größten Werten im FPM-Fonds. Auch beim Technologieunternehmen Süss Microtech habe sich die Nachrichtenlage verbessert. Zuletzt hätten die Garchinger einen millionenschweren Auftrag für Projektionsscanner an Land ziehen können. Die ersten Geräte sollen Anfang 2016 ausgeliefert werden und dann in Serie gehen.

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