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Schlechte Zeiten für Fiat-Aktionäre Auf welche Auto-Aktien ein Blick lohnt

Nach der vollständigen Übernahme von Chrysler will der italienische Autohersteller Fiat die Tochter Alfa Romeo stärken. Schafft er das nicht, wird 2014 kein gutes Jahr für Fiat. Welche Papiere sich statt dessen lohnen.

Die größten Autobauer der Welt
Volkswagen-Chef Martin Winterkorn hat gut Lachen: "Wir werden in diesem Jahr wahrscheinlich erstmals mehr als zehn Millionen Fahrzeuge verkaufen, dieses große Ziel hatten wir eigentlich erst für 2018 angestrebt", sagte Winterkorn der „Bild am Sonntag“. "Unser großer Wachstumsmarkt ist natürlich China. Dort werden wir in diesem Jahr voraussichtlich 3,6 Millionen Autos verkaufen, von denen übrigens weit über 90 Prozent vor Ort in China gebaut werden." Erreicht VW dieses Ziel, stiegen die Wolfsburger dadurch zum größten Automobilhersteller der Welt auf. Doch noch sieht das Ranking der größten Autobauer wie folgt aus... Quelle: dpa
BentleyDer britische Luxuswagen-Hersteller Bentley hat im abgelaufenen Jahr so viele Autos verkauft wie noch nie. Die Volkswagen-Tochter mit Sitz in Crew lieferte 2013 genau 10.120 Wagen aus. 2012 waren es 8510. Im bisherigen Rekordjahr 2007 waren 10.014 Bentleys verkauft worden, wie Vorstandschef Wolfgang Schreiber sagte. „2013 ist das vierte Jahr in Folge, in dem der Absatz zweistellig steigt“, so Schreiber. Der weltweite Marktanteil im Preissegment über 150.000 Euro liege bei 25 Prozent. 86 Prozent der Produktion geht in den Export, vor allem in die USA, China und Nahost. Der europäische Markt läuft schleppender. Allerdings stieg auch der Absatz in Deutschland deutlich. 544 Bentleys wurden den Angaben zufolge 2013 nach Deutschland geliefert, ein Plus von 22 Prozent zum Vorjahr. Kunden warten derzeit im Schnitt 45 Monate auf ihren bestellten Bentley. Schreiber will den Absatz bis 2018 auf 15.000 Autos hochschrauben und dafür in den nächsten Jahren mehrere hundert Millionen Euro in den Standort Crew investieren. Die Mannschaft von derzeit 3700 Mitarbeitern soll allein um 400 zusätzliche Leute aufgestockt werden, um bis 2016 einen luxuriösen Geländewagen auf den Markt zu bringen. Von den Absatzzahlen der Autohersteller wie Audi, BMW oder Daimler kann Bentley allerdings nur träumen... Quelle: REUTERS
AudiAudi hat auch im Dezember deutlich mehr Autos verkauft und damit erneut ein Bestjahr perfekt gemacht. Im vergangenen Jahr verkaufte der Konzern weltweit rund 1,57 Millionen Autos, ein Plus von 8,3 Prozent. Bereits im November hatte Audi die Rekordwerte von 2012 erreicht. „Unser strategisches Etappenziel von 1,5 Millionen Auslieferungen haben wir zwei Jahre früher als geplant erreicht und sogar komfortabel übertroffen“, sagte Vorstandschef Rupert Stadler. Quelle: REUTERS
DaimlerDie Schwaben haben und im vergangenen Jahr 1,32 Millionen Autos ihrer Top-Marke Mercedes verkauft. Das entspricht einem Plus von 4,7 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Quelle: dapd
BMWVon ihrer Kernmarke setzten die Bayern im vergangenen Jahr 1,54 Millionen Fahrzeuge ab. Das entspricht einem Plus von 12 Prozent gegenüber 2011. Quelle: dpa
Fiat-ChryslerDer Fiat-Konzern lieferte im vergangenen Jahr 4,2 Millionen Fahrzeuge weltweit aus - sechs Prozent mehr als 2011. Fiat profitiert dabei vom guten Geschäft der US-Tochter Chrysler. Denn ähnlich wie die Kollegen von PSA Peugeot Citroen litten die Italiener massiv unter der Absatzkrise in Europa, sie verkauften dort 16 Prozent weniger als im Vorjahr. Quelle: dpa
Nissan RenaultCarlos Ghosn - Chef der französisch-japanischen Allianz - kann zufrieden mit sich sein. Bei Nissan lief es hervorragend, Partner Renault litt unter der Schwäche des europäischen Markts. Die Renault-Gruppe setzte weltweit 2,55 Millionen Fahrzeuge und damit 6,3 Prozent weniger als im Vorjahr. In Europa sank der Absatz um volle 18 Prozent. Die Marke Renault verkaufte weltweit 2,1 Millionen Fahrzeuge, Dacia knapp 360.000 Autos. In Deutschland setzte Renault inklusive der Marke Dacia im Jahr 2012 mit 170.000 Einheiten rund 11.000 Fahrzeuge weniger ab als 2011. Die Marke Renault allein verkaufte 2012 in Deutschland 123.779 Pkw und leichte Nutzfahrzeuge. Der Marktanteil sank um knapp 0,4 Prozentpunkte. Quelle: REUTERS

In diesem Jahr lohnt ein Blick auf die Aktien der Automobilhersteller. Die Branche startete mit einem Indexplus von rund 1,1 Prozent ins neue Jahr. Für die gute Entwicklung sorgt unter anderem die Automesse in Detroit. Allerdings ist Aktie nicht gleich Aktie. Von einigen Herstellern sollten langfristig orientierte Anleger lieber die Finger lassen.

BrancheAktienentwicklung Januar 2013 bis Dezember 2013
Auto34,66 Prozent
Medien29,49 Prozent
Versicherung29,24 Prozent
Technologie26,54 Prozent
Einzelhandel26,52 Prozent
Finanzdienstleister25,86 Prozent
Industrie24,87 Prozent
Bank24,76 Prozent
Bau22,05 Prozent
Telekommunikation20,87 Prozent
Tourismus, Hotels, Airlines19,65 Prozent

Euro STOXX

19,62 Prozent

Euro STOXX 50

17,10 Prozent

Zu den Kandidaten, von denen Aktionäre besser die Finger lassen sollten, gehört laut Jürgen Pieper, Analyst beim Bankhaus Metzler, der italienische Hersteller Fiat. Am ersten Januar kündigte CEO Sergio Marchionne an, die restlichen Anteile an seiner US-Tochter Chrysler für 3,16 Milliarden Euro zu übernehmen. Nach Bekanntgabe der Übernahme schoss die Aktie - zumindest kurzfristig - um rund 14 Prozent in die Höhe. Bei einer kurzfristigen Reaktion wird es allerdings auch bleiben, so Pieper. "Fiat ist derzeit in der schwächsten Position", sagt er gegenüber WirtschaftsWoche Online.

Die Übernahme bringt das Unternehmen zwar kurzfristig weiter, zieht aber auch negative Konsequenzen nach sich: So droht beispielsweise die Ratingagentur Moody's mit der Herabstufung. Die bisherige Bewertung "Ba3" werde überprüft. Die angekündigte Übernahme werde die Liquidität der Italiener erheblich schwächen, führte der führende Fiat-Analyst bei Moody's, Falk Frey, zur Begründung an. Hinzu kommen mögliche Standort-Schließungen in Italien, die an der Börse höchstwahrscheinlich negativ aufgefasst werden dürften.

Hinzu kommt, dass Fiat seine Autos vor allem in Europa und Lateinamerika verkauft, während Chrysler in Nordamerika stark ist. Chrysler schreibt seit mehr als zwei Jahren Gewinne, was Fiat schwarze Zahlen bescherte. Doch damit werde demnächst Schluss sein. Chrysler entwickele sich zwar recht gut, aber in den USA habe es in den letzten vier Jahren ein Marktwachstum gegeben. "Fünf Jahre sind normal, insofern kann man sagen, dass das Beste hinter uns liegt", so Pieper. "Ich würde daher nicht zu stark darauf hoffen, dass Chrysler da noch viel holen kann." Wenn es Fiat nicht gelingt, seine Tochter Alfa Romeo zu stärken, fällt Fiat über kurz oder lang - und zwar dann, wenn bei der Chrysler der Absatz krankt. "Fiat hat keinen richtigen Masterplan", resümiert Pieper. Davon abgesehen hat Fiat auch nicht das beste Markenimage. Spottnahmen wie "Fehler In Allen Teilen" oder auch "Fix It Again, Tony" sprechen Bände.

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