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Schub vor Chefwechsel Deutsche Börse stoppt Abwärtstrend

Nach mehreren schwachen Jahren kann die Deutsche Börse ihren Abwärtstrend stoppen. Vor dem Wechsel auf dem Chefposten im kommenden Jahr steigen die Nettoerlöse.

Die größten Börsenbetreiber der Welt
Platz 8: Hong Stock Exchange Auf Rang acht rangiert die Hong Kong Stock Exchange mit einem Handelsvolumen von 1,6 Billionen Dollar. Damit ist die Hongkonger Börse die kleinste der drei chinesischen Börsen. Gemessen an der Marktkapitalisierung (24,9 Billionen Dollar) ist der Konzern die Nummer eins der Börsenbetreiber. Die Hong Kong Stock Exchange zeichnet sich durch eine gepflegte Mittagspausevon 12.30 bis 14.30 aus. Ansonsten wird wie an der New Yorker NYSE von 10 bis 16 Uhr gehandelt. Fotos: dpa, ap, Reuters
Platz 7: Korea Exchange Mit einem Handelsvolumen von 2,0 Billionen Dollar liegt die Börse in Südkorea auf Platz sieben. Neben der Eurex und der Chicago Mercantile Exchange ist die Börse in Seoul eine der weltweit größten Derivatebörsen.
Platz 6: Shenzhen Die zweitgrößte Börse Festlandchinas kommt auf ein Handelsvolumen von 3,6 Billionen Dollar. Ihre Besonderheit: IPOs wurden in Shenzhen im Jahr 2000 eingestellt und werden nur noch an der Börse in Shanghai gehandelt. In Shenzhen wurde ein spezieller Markt für Privat- und Technologieunternehmen geschaffen.
Platz 5: Tokyo Stock Exchange Die Börse in Tokio blickt auf eine sehr viel längere Geschichte zurück als die Pendants in China. Die Börse wurde 1878 gegründet und 1943 mit anderen kleineren Börsen des Landes zur einzigen Börse Japans zusammengeschlossen. Seit 1999 gbt es keinen Parketthandel mehr, sondern nur noch den elektronischen Börsenhandels. Ihren größten Tiefpunkt erlebte das Haus im November 2005, als wegen eines Programmfehlers stundenlang nicht gehandelt werden konnte. Im Januar 2010 gab die Tokioter Börse den Start eines neuen schnellen Handelssystems mit dem Namen Arrowhead bekannt, das eine Latenzzeit von 5 Millisekunden haben soll. Das Handelsvolumen betrug 2010 3,8 Billionen Dollar.
Platz 4: London Stock Exchange/TMX Mit einem Handelsvolumen von 4,1 Billionen Dollar steht die Londoner Stock Exchange auf dem ersten Platz der größten Börsen Europas und weltweit auf Rang 4. Kein Wunder 2004 hatte die Deutsche Börse Interesse an einer Übernahme - das Angebot war der LSE allerdings zu niedrig. Mit 3 000 handelnden Unternehmen aus über 70 Ländern ist die Londoner Börse gleichzeitig auch der internationalste aller Handelsplätze und über 300 Jahre alt.
Platz 3: Shanghai Stock Exchange Die Börse Shanghai wurde im November 1990 als Wertpapierbörse in Shanghai in der Sonderwirtschaftszone Pudong gegründet. Heute ist sie mit einem Handelsvolumen von 4,5 Billionen Dollar die wichtigste Börse auf dem chinesischen Festland und im weltweiten Vergleich die Nummer 3.
Platz 2: Nasdaq OMX Im Februar ist die Nasdaq 40 Jahre alt geworden. Die Stimmung zum Jubiläum hätte besser sein können. Kritiker frotzeln: Die Revolutionäre sind alt geworden: Die Geschichte der Nasdaq begann 1961 zurück. Der US-Kongress ließ bei der Börsenaufsicht SEC das außerbörslichen Geschehen im sogenannten "Over the Counter"-Markt (OTC) beobachten, also dem außerbörslichen Handel mit Wertpapieren. Das Ergebnis war ernüchternd. Es brauchte ein System, dass diese unregulierten Geschäfte erfasste ...

Die Deutsche Börse hat im dritten Quartal ihren Abwärtstrend gestoppt. Die Unsicherheiten über die Wirtschaftsentwicklung belebten im September den Handel und gaben dem Börsenbetreiber einen Schub. Nach mehreren Jahren mit schwächelnden Geschäften legten die Nettoerlöse verglichen mit dem Vorjahreszeitraum um gut acht Prozent auf 496 Millionen Euro zu, wie das im Dax notierte Unternehmen am Montagabend in Eschborn bei Frankfurt mitteilte.

Der operative Gewinn (Ebit) stieg auf 232,5 Millionen Euro, das ist mehr als doppelt so viel wie vor einem Jahr (101 Millionen). Damals hatte der Konzern eine gut 110 Millionen Euro schwere Vergleichszahlung in den USA wegen Verstößen gegen Handelssanktionen bei Iran-Geschäften der Tochter Clearstream verbucht. Unter dem Strich stand nun ein Überschuss von 160 Millionen Euro nach 61,6 Millionen vor einem Jahr. Die Zahlen lagen etwas über den Erwartungen von Analysten.

Das Unternehmen hatte zuvor bereits mitgeteilt, dass Vorstandschef Reto Francioni im kommenden Jahr sein Amt abgibt. Zum 1. Juni 2015 soll der frühere oberste Investmentbanker der schweizerischen Großbank UBS, Carsten Kengeter, an die Spitze des Konzerns rücken. Ursprünglich hatte Francioni einen Vertrag bis Ende Oktober 2016. Allerdings wird er im August 2015 60 Jahre alt - damit hat er die Altersgrenze für den Chefposten erreicht. Diese kann das Unternehmen nur in Ausnahmefällen umgehen.

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Die Abschiedsmonate von Francioni beginnen für das Unternehmen gut. „Zum Ende des dritten Quartals hat sich die Handelsaktivität an den Märkten der Gruppe deutlich belebt“, sagte Finanzvorstand Gregor Pottmeyer. Auch die weiteren Aussichten haben sich für die Deutsche Börse aufgehellt. „Im Oktober hat sich der Wachstumstrend, mit teilweise hohen zweistelligen Wachstumsraten, weiter fortgesetzt“, sagte Pottmeyer. Zuvor hatte die Deutsche Börse fast kontinuierlich Erlöse verloren. Das lag zum einen an der wachsenden Konkurrenz von außerbörslichen Handelsgeschäften, zum anderen hielten sich viele Anleger nach der Finanzkrise lange zurück.

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