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Schulden Aussicht auf neuen Streit mit EU macht Italien-Anleger nervös

Matteo Salvini will mit aller Kraft gegen die EU-Haushaltsregeln kämpfen. Anleger ziehen sich daraufhin aus italienischen Anleihen zurück.

Der italienische Vizeregierungschef hat nach dem Ausgang der Europawahl angekündigt, gegen EU-Haushaltsregeln zu kämpfen. Quelle: dpa

FrankfurtAus Furcht vor einer neuen Machtprobe zwischen der EU und der Regierung in Rom ziehen sich Anleger aus italienischen Anleihen zurück. Dies treib die Rendite der zehnjährigen Bonds am Dienstag zeitweise auf ein Zwei-Wochen-Hoch von 2,731 Prozent. Gleiches galt für Renditeaufschlag zu vergleichbaren Bundestiteln.

Der heraufziehende Streit werde zwar wohl erst im Herbst akut, wenn der italienische Haushalt für 2020 verhandelt werde, sagte Anlagestratege Daniel Lenz von der DZ Bank. „Die Nervosität steigt aber bereits jetzt.“

Italien droht wegen der steigenden Staatsverschuldung ein Strafverfahren der EU. Der italienische Vizeregierungschef Matteo Salvini kündigte nach dem Erfolg seiner rechtspopulistischen Lega bei der Europawahl an, mit „aller Kraft“ gegen die EU-Haushaltsregeln zu kämpfen.

„Wenn Italien seinen bereits ohnehin hohen Schuldenberg noch höher auftürmen will, ist entscheidend, dass das Geld zukunftsorientiert an den richtigen Stellen ausgegeben wird“, sagte Portfolio-Manager Thomas Altmann vom Vermögensberater QC Partners. „Italien muss Wachstum, Arbeitsplätze und Infrastruktur fördern.“ Sollten die Anleger das Vertrauen in Italien verlieren, drohe eine „Schuldenkrise 2.0“.

Vor diesem Hintergrund gab der Leitindex der Mailänder Börse 1,2 Prozent nach. Die Verkäufe italienischer Bonds trieben die Rendite der zehnjährigen Titel auf ein Zwei-Wochen-Hoch von 2,731 Prozent. Einige Investoren schichteten ihr Geld in die als sicher geltenden Bundesanleihen um und drückten die Rendite der zehnjährigen Papiere auf ein Zweieinhalb-Jahres-Tief von minus 0,160 Prozent.

Mehr: Was das gute Ergebnis der Lega bei der Europa-Wahl für Italien und die Regierung bedeutet, lesen Sie in unserer Analyse.

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