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Schuldenkrise Ein mageres Plädoyer für den Euro

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Alle haben von den niedrige Zinsen profitiert

Euro unter Palmen
Karte von Madagaskar und Mayotte Quelle: Fotolia
Der Palast von Monaco mit Hafen im Vordergrund. Quelle: REUTERS
Schlittenhunderennen in den Pyrenäen Quelle: obs
Eine Sojus-Rakete startet vom Weltraumbahnhof Kourou in Französisch-Guayana Quelle: dpa
Karte der spanischen Provinzen Quelle: Fotolia
Ein Arbeiter überprüft Bananenstauden auf Guadeloupe Quelle: AP
Zucker rieselt durch Hände Quelle: dpa

Den direkten Vorteil für Deutschland beziffern die McKinsey-Autoren im Jahr 2010 bei 165 Milliarden Euro; also fast die Hälfte dessen, was der gesamte Euroraum der Studie zufolge durch den Euro gewann. Die Summe entsprach 6,6 Prozent des deutschen BIP in dem Jahr. Relativ gesehen haben andere Länder mehr von dem Euro profitiert. So lag der Euro-Effekt für Österreich bei 7,8 Prozent, in Finnland bei 6,7 der Wirtschaftsleistung. Das italienische BIP fiel etwa den Berechnungen zufolge 3,1 Prozent höher aus, das von Frankreich um 0,7 Prozent.

Auch Griechenland profitierte von dem Euro. Musste das Land Mitte der 1990er Jahre noch bis zu 25 Prozent Rendite für seine Staatsanleihen zahlen, gleichte sich der Zinssatz für griechische Bonds nach dem Euro-Beitritt an das niedrige Durchschnittsniveau an. Die Kehrseite davon zeigte sich in einem ein Immobilienboom, erhöhten Konsum und einer übermäßigen Verschuldung.

Was die Euro-Krise Deutschland im Ernstfall kostet

Wäre ein Ausstieg für Deutschland tatsächlich so schlecht?

Die Illusion des billigen Geldes und des rasanten Konsums schmälerte die Anpassungsfähigkeit dieser südlichen Euro-Mitglieder. Italien, Spanien und allen voran Griechenland müssen das jetzt schmerzhaft nachholen. Sie tun derzeit alles, um sich gegen einen möglichen Austritt aus dem Euro zu stemmen.

Ein Auseinanderfallen der Euro-Zone hätte für die Länder allerdings auch unterschiedliche Folgen. Sollte Deutschland wieder eine eigene Währung einführen, würde es das Wechselkursrisiko kaum tangieren. Denn Deutschlands Exporte außerhalb des Euroraums sind seit der Einführung in 2002 von 46,4 Prozent auf 41,3 Prozent gefallen. Auf der anderen Seite: Die Aufwertung einer neuen D-Markt könnten die Exporte verteuern. Doch eine starke Währung verbilligt auch die Importe. Und auf billige Importe ist hiesige Industrie angewiesen: 42 Prozent der deutschen Ausfuhren benötigen importierte Vorprodukte.

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