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Schuldenkrise Soros warnt vor „Kernschmelze“

Der berühmt-berüchtigte Investor George Soros sorgt sich um Europa. Die Entscheidungsträger täten zu wenig, um die Schuldenkrise zu bekämpfen. Im schlimmsten Fall drohe dem Finanzsystem die Kernschmelze.

George Soros glaubt an den Fortbestand des Euros. Mit der Währung sei es wie mit einem Rührei - auch das kann man nicht mehr

BudapestGeorge Soros hat vor einer Pleite Griechenlands gewarnt. Es bestehe die "reale Gefahr eines ungeordneten Zahlungsausfalls", sagte der Milliardär und Investor auf einer Rede in Budapest. In so einem Fall könnte es zu einem Run auf die Banken in anderen Ländern kommen.

Jeder Schuldenschnitt müsse "geordnet erfolgen", sagte Soros. Andernfalls drohe eine "Kernschmelze". Die Behörden müssten sicherstellen, dass die griechischen Banken "am Leben erhalten" blieben und dass die Guthaben sicher seien.

Dass private Gläubiger auf die Hälfte ihrer Forderungen an Griechenland verzichten wollen, geht nach Ansicht des Milliardärs nicht weit genug. Er forderte die europäischen Entscheidungsträger dazu auf, den Euro-Rettungsfonds EFSF dazu einzusetzen, griechische Bonds von der Europäischen Zentralbank (EZB) und dem Internationalen Währungsfonds (IWF) zu kaufen. Dadurch würde Griechenland eine Möglichkeit gegeben, sich aus der Krise herauszuarbeiten.

"Europa ist zurzeit an einem kritischen Punkt und die Entscheidungsträger tun zu wenig und zu spät", sagte Soros. Es sei allerdings noch nicht zu spät. Der Euro werden bleiben, sagte der 81-Jährige. Schließlich könne ein Rührei auch nicht wieder "entrührt" werden.

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