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Social Media Facebook-Aktie bleibt unter Druck

Die Haltefrist für 804 Millionen Facebook-Aktien ist abgelaufen. Statt der befürchteten Kursverluste gab es deutliche Gewinne. Eine neue Verkaufswelle aber noch nicht vom Tisch. Neue Tiefpunkte drohen.

Die Gewinner des Facebook-Börsengangs
Peter Thiel ist bekannt für seine verrückten Investmentideen. Quelle: REUTERS
Facebook-Gründer Mark Zuckerberg Quelle: dapd
Dustin Moskovitz Quelle: dapd
Facebook-Managerin Sheryl Sandberg Quelle: REUTERS
Napster-Gründer Sean Parker Quelle: AP
Internet-Invester Yuri Milner Quelle:
Accel Partners & James BreyerZusammen mit der Investmentfirma Accel Partners war James Breyer (r.) einer der ersten Geldgeber Facebooks: 12,7 Millionen Dollar investierten die Partner 2005 in das soziale Netzwerk. Mit 201,34 Millionen Aktien hat sich dieses Investment auf jeden Fall gelohnt. Zum Börsengang planen die Geldgeber jetzt 38,2 Millionen Aktien davon zu verkaufen – und würden damit 1,34 Milliarden Dollar einstreichen. Quelle: dapd

Nach Nutzern ist Facebook nach wie vor und wohl uneinholbar das erfolgreichste soziale Netzwerk der Welt - mit mehr als 900 Millionen Nutzern. An der Börse gleicht die Entwicklung von Facebook jedoch eher einer schweren Naturkatastrophe – und ist dabei sogar mit dem Mega-Wirbelsturm Sandy verknüpft.

Teurer Fehler?

Seit dem Börsengang hat die Facebook-Aktie mehr als 40 Prozent ihres Wertes eingebüßt. Und nun könnte es nochmal deutlich schlimmer kommen. Denn mit dem heutigen Mittwoch endet die Haltefrist für 804 Millionen Aktien. Sie befinden sich in den Händen von Mitarbeitern und Aktionären der ersten Stunde. Insgesamt gibt es 2,14 Milliarden Facebook-Aktien. Sollten mit dem Ende der vorgeschriebenen Stillhalteperiode alle frei werden Aktien in den Börsenhandel kommen, würde sich der Streubesitz der Aktien – also der Anteil der Aktien, die nicht in festen Händen sind – auf einen Schlag verdoppeln. Insgesamt hat Facebook mehr als eine Milliarde Aktien an Beschäftigte, firmennahe Personen und Investoren der ersten Stunde ausgegeben. „Ich weiß wirklich nicht, warum Facebook sich dazu entschieden hat, nahezu alle Vergütungen im Jahr des Börsengangs freizugeben, aber sie haben es getan“, sagte Analyst Michael Prachter von Wedbush Securities. Dieses Vorgehen könnte sich als teurer Fehler erweisen.

Tech-Aktien wirbeln die Börse durcheinander

Erneuter Abstieg droht

Denn nun darf der zweite große Schwung dieser Wertpapiere den Aktienmarkt fluten. Dass der Kurs in den ersten Stunden nach Handelsstart an der Technologiebörse Nasdaq in New York zunächst ein deutlich Plus von bis zu zehn Prozent verzeichnete, ist ein gutes Zeichen - und spricht dafür, dass sich die Mitarbeiter nicht fluchtartig von ihren Anteilen trennen. Eine Garantie für die Zukunft ist es indes nicht. Denn als am 29. Oktober bereits die Haltefrist für 234 Millionen der zunächst mit dem Verkaufsverbot belegten Aktien vorzeitig endete, hatten offenbar viele Mitarbeiter Aktien verkauft. Weil der Wirbelsturm Sandy die Börsen in New York seinerzeit tagelang lahm legte, konnten sie erst am 31. Oktober verkaufen. Dann aber verlor der Facebook-Kurs binnen eines Handelstages 3,8 Prozent. Trotz vielversprechender Zwischenerholung sank der Kurs seitdem nochmal. Nach Börsenschluss am Dienstag notierte die Aktie an der Nasdaq bei nur noch 19,86 Dollar. Mit dem Kursplus vom Mittwoch notiert sie bei etwa 21,50 Dollar. Aber beim Börsengang Ende Mai war die Aktie noch mit 45 Dollar gestartet.

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