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Solarworld und IVG K.O.-Runde für Mittelstandsanleihen

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IVG-Gläubigern drohen ebenfalls hohe Verluste

Gefährliche Mittelstands-Anleihen an der Börse
Mehrere Pakete des alkoholischen Getränks Underberg liegen auf einem Haufen Quelle: Creative Commons-Lizenz
Hemden des Herstellers Seidensticker Quelle: PR
Produkte des Nahrungsmittelherstellers Zamek Quelle: PR
Schalkes-Fans feuern den FC Schalke 04 an Quelle: dpa
Katjes Yoghurt Gums Quelle: dpa/dpaweb

Im Fall der IVG AG wurden eine Hybridanleihe und eine Wandelanleihe emittiert. Mit einer Stückelung von 100.000 Euro wurden zwar in erster Linie institutionelle Anleger angesprochen, es finden sich aber auch viele Privatanleger unter den Gläubigern. Der eine oder andere davon mag erst jetzt verstanden haben, was für eine Investition er da getätigt hat. So ist die Hybridanleihe nachrangig und zahlt schon im zweiten Jahr keine Zinsen an die Anleger. 

Die Zahlungen sind nur gestundet. Die aktuelle Lage der Gesellschaft lässt jedoch nicht darauf schließen, dass es zu einer Auszahlung der rückständigen Vergütungen kommen wird. Im Gegenteil: Den Gläubigern droht, als möglicherweise einzige Maßnahme um eine Insolvenz abzuwenden, der Tausch ihrer Forderungen gegen Aktien. Kündigungsmöglichkeiten bestehen ausweislich der Emissionsbedingungen nur für die Emittentin. Auch für die Wandelanleihegläubiger, denen ein Kündigungsrecht im Jahre 2014 zusteht, droht sich die vermeintliche Sicherheit durch die Laufzeitbegrenzung in Luft aufzulösen. Die Gesellschaft wird wohl nicht in der Lage sein, neben den Verbindlichkeiten gegenüber Banken in Milliardenhöhe, die im gleichen Jahr fällig werden, die Wandelanleihegläubiger zu bedienen. 

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Haben Mittelstandsanleihen vor diesem Hintergrund überhaupt eine Zukunft? Klar ist: Ohne ein Mitspracherechte der Anleihegläubiger und mit der teilweisen Zurechnung nachrangiger Anleihen zum Eigenkapital war diese Form der Geldbeschaffung für die Emittenten bislang äußerst attraktiv. Doch mit „Basel III“ hat sich das geändert. Damit ist die Anrechnung von Hybridanleihen zum Eigenkapital entfallen. Als Fremdkapital ist die hohe Verzinsung jedoch meist zu teuer. Einzige Profiteure der „Anleihenkrise“ dürften dann nur jene Spekulanten sein, die entweder auf Kurssteigerungen setzen - etwa durch den Rückkauf von Anleihen durch die Emittenten - oder „Krisen-Anleihen“ in der Hoffnung auf einen Aktientausch einsammeln, wie dies bei der IVG nach Insidermeldungen bereits der Fall ist. 

Mit den vorstehend nur beispielhaft dargestellten Anleihen dürfte die zweite K.O.-Runde in Sachen „Mittelstandsanleihen“ begonnen haben. 

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