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Stada-Übernahme Das Dilemma von Blackrock

Für die Stada-Übernahme haben den Finanzinvestoren Bain und Cinven nur zwei Prozent der Aktienanteile gefehlt. Warum Aufkäufer mit ihrer Offerte immer wieder am starren Regelwerk von Indexfonds scheitern können.

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Die Stada-Übernahme ist auch am weltgrößten Vermögensverwalter Blackrock gescheitert. Quelle: REUTERS

Die Übernahme des Pharmaunternehmens Stada ist auch am weltgrößten Vermögensverwalter Blackrock gescheitert. Blackrock hätte mit seinem Stada-Aktienanteil bei der Übernahme das Zünglein an der Waage sein können: Nur 65,5 Prozent der Stada-Aktionäre hatten bis Montag die Offerte der Finanzinvestoren Bain und Cinven angenommen. Die hätten aber 67,5 Prozent bekommen müssen, um den im MDax notierten Konzern zu übernehmen. Blackrock hält, vor allem in Indexfonds (ETF), die MDax-Aktien kaufen, etwa 2,8 Prozent an Stada. Der Fondsanbieter hatte die Aktien aber nicht zur Übernahme eingereicht, weil er stets die im Index enthaltenen, liquidesten Aktien eines Konzerns halten muss. Das waren aber nun gerade nicht die zur Übernahme eingereichten Stada-Papiere.

Bei Übernahmen  ist es üblich, dass die einem Aufkäufer angedienten Aktien von den Banken zum Verkauf gesperrt werden und eine eigene Kennnummer bekommen. Damit unterscheiden sie sich streng genommen von den alten, im Index enthaltenen Aktien.

BlackRock selbst sagt, die Übernahme sei auch daran gescheitert, dass viele Privatanleger die Offerte nicht annehmen wollten.

Indexfonds könnten ihre  Aktien gar nicht zur Übernahme andienen, heißt es. Blackrock verweist auf die Indexanbieter: Der Indexfonds iShares MDax ETF sei in Deutschland aufgelegt und kaufe und verkaufe streng die im Index enthaltenen Papiere. Deshalb folge der Fonds streng dem Indexregelwerk der Deutschen Börse. Man habe keinen Spielraum, der es erlauben würde, unabhängig vom Indexanbieter eine Entscheidung zu treffen, wie Blackrock sich bei einem solchen Übernahmeangebot verhalte. Derzeit seien die Stada-Aktien unverändert in den Indizes der Deutscher Börse enthalten, dementsprechend seien auch in den Index- Produkten keine Änderungen vorgenommen worden, heißt es bei Blackrock. 

Allerdings verbietet die Deutsche Börse niemandem, Aktien zum Umtausch einzureichen. Die Stada-Aktie war nach Scheitern des Übernahme von 62 auf im Tief 57,70 Euro gefallen, ein Verlust, der auch die ETF-Besitzer traf. Mittlerweile steigt die Aktie wieder, Marktteilnehmer erhoffen ein neues Angebot von Finanzinvestoren innerhalb der nächsten Wochen. Falls dies wieder eine Mindestschwelle vorsieht, könnte das Dilemma erneut auftauchen: Indexfonds können oder wollen nicht mitmachen, bis Aufkäufer eine bestimmte Schwelle erreicht haben. Weil die Indexfonds mauern, erreichen die Aufkäufer aber diese Schwellenwerte nicht.

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