WiWo App 1 Monat für nur 0,99 €
Anzeigen

Starker Greenback Der Dollar steigt und steigt - wie lange noch?

Seite 2/2

Fed-Chefin Yellen will Lohnzuwächse sehen

Tatsächlich spricht auch die Lage der US-Konjunktur nicht unbedingt für ein voreiliges Eingreifen der Fed. Ein Blick auf das Zahlenwerk zeigt, dass die USA der Euro-Zone tatsächlich einiges voraus hat. Vom Arbeitsmarkt kommen immer wieder Erfolgsmeldungen. Die Erwerbslosigkeit fiel im Februar auf 5,5 Prozent und ist damit so niedrig wie seit Mai 2008 nicht mehr. Im Vorjahr lag sie noch bei 6,7 Prozent. Allein im Februar entstanden 295.000 neue Stellen, teilt das Arbeitsministerium in Washington mit. Das ist weit mehr, als Experten erwartet hatten. Das zeigt, dass die nötige Dynamik da ist.

Wie sich EZB und Euro-Länder vor neuen Turbulenzen schützen

Auch wenn die Fed eine mögliche Zinserhöhung ursprünglich an die Arbeitslosenquote geknüpft hatte, will Fed-Chefin Yellen offenbar sicher sein, dass die breite Mehrheit der Arbeitnehmer vom Aufschwung profitiert – und der Job-Boom auch weit über den Niedriglohnsektor hinausgeht. Daher will sie erst einmal größere Lohnzuwächse sehen.

Höhere Löhne würden auch die derzeit niedrigen Inflationsraten tendenziell nach oben ziehen. Aktuell liegt die Teuerungsrate, bedingt durch den Verfall des Ölpreises, bei -0,1 Prozent. Von ihrem Ziel stabiler Preise, welches bei knapp zwei Prozent verankert ist, ist die Fed also noch weit entfernt. Laut Yellen ist mittelfristig aber wieder mit anziehenden Preisen zu rechnen. Dafür könnte auch ein Konsumplus sorgen. Zuletzt war die Stimmung der Verbraucher eher bedrückt - Ökonomen rechtfertigen das allerdings mit dem kalten und schneereichen Winter. Sobald die Temperaturen steigen, könnte auch die Kauflaune wieder zunehmen.

Wenig spricht für Abwertungswettlauf

Zudem sehen viele Volkswirte die Sache mit dem starken Dollar eher positiv, denn die USA sind auf die Europäer als starke Konsumenten angewiesen. „Für den Euro-Raum ist der schwache Euro der einzige Weg für eine konjunkturelle Belebung“, sagt Balz. Von einer stärkeren Euro-Konjunktur würde dann im Gegenzug auch die US-Wirtschaft profitieren.

In Arbeit
Bitte entschuldigen Sie. Dieses Element gibt es nicht mehr.

Nichtsdestotrotz belastet der starke Dollar die Exporte der großen US-Konzerne. Rund zwei Fünftel der Umsätze der amerikanischen S&P-500-Unternehmen hängen von ausländischen Märkten ab. Chiphersteller Intel musste zuletzt seine Absatzprognosen für das erste Quartal aufgrund der schwächeren Nachfrage nach unten korrigieren. „Der starke Dollar ist ein zweischneidiges Schwert“, sagt Balz. Der Belastung für die US-Exporte steht der mögliche Aufschwung in Europa und die dadurch steigende Nachfrage gegenüber.

Kurzfristig spricht seitens der US-Wirtschaft bisher wenig für einen Abwertungswettlauf. Mittelfristig kann sich das aber schnell ändern, zumal Barack Obama eigentlich den Exportanteil an der Wertschöpfung erhöhen wollte.

In den kommenden Monaten und Jahren wird sich zeigen, wie konsequent und mit welchen Mitteln der US-Präsident dieses Ziel verfolgen will. Denn Anzeichen für einen schnellen Kursumschwung zwischen Euro und Dollar gibt es kaum. Dafür verläuft die Politik der Notenbanken zu unterschiedlich.

Inhalt
Artikel auf einer Seite lesen
Zur Startseite
Diesen Artikel teilen:
  • Artikel teilen per:
  • Artikel teilen per:
© Handelsblatt GmbH – Alle Rechte vorbehalten. Nutzungsrechte erwerben?
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%