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State-Street-Governance-Experte Walker „Bedeutender Schritt für stärkere Aktionärsrechte“

State Street Global Advisors ist der drittgrößter Vermögensverwalter der Welt. Quelle: Bloomberg

State-Street-Governance-Experte Rob Walker zur Rebellion von Investoren gegen die herrschenden Verhältnisse im Dax.

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Rob Walker ist globaler Co-Leiter des Asset Stewardship bei State Street Global Advisors. Er verantwortet beim drittgrößten Vermögensverwalter der Welt Corporate-Governance-Fragen mit.

WirtschaftsWoche: Herr Walker, in einem offenen Brief empfiehlt State Street zusammen mit fünf Unterzeichnern aus der europäischen Vermögensverwaltungsbranche den Dax-Unternehmen, die deutsche Governance auf eine Ebene mit anderen Märkten zu bringen. Was sind die konkreten Forderungen?
Rob Walker: Wir fordern die Dax-30-Unternehmen dringend auf, freiwillig einen dreijährigen Wahlzyklus für von Aktionären gewählte Aufsichtsratsmitglieder zu verabschieden. Derzeit bleiben deutsche Unternehmen hinter ihren europäischen Kollegen zurück und sehen Aufsichtsratsmitglieder für die gesetzlich zulässige maximale Amtszeit von fünf Jahren gewählt.

Was ist das Ziel?
Wir glauben, dass die Rechenschaftspflicht des Aufsichtsrates für eine starke Unternehmensführung von grundlegender Bedeutung ist. Letztes Jahr haben wir eine Überprüfung der Wahlpraktiken in ganz Europa veröffentlicht, um das Problem übermäßiger Amtszeiten anzugehen. Dabei haben wir die Notwendigkeit hervorgehoben, dass Investoren, Unternehmen und Aufsichtsbehörden zusammenarbeiten müssen, um das bisherige System im Sinne des Marktes positiv zu verändern. Wir sind der Meinung, dass diese Unternehmen aktiv daran interessiert sein sollten, diese Änderung mitzugestalten. Dies würde einen bedeutenden Schritt hin zu mehr Governance und stärkeren Aktionärsrechten bedeuten.

Stehen die Forderungen auch im Zusammenhang mit dem Wirecard-Skandal?
Wir können Wirecard nicht kommentieren.

Gibt es schon Reaktionen von Seiten der Unternehmen oder der Deutschen Börse etwa?
Wir hatten noch keine Gelegenheit, bei den Dax-Unternehmen nachzuhören. Wir haben das Thema ja erst gerade frisch auf den Tisch gebracht. Wir beabsichtigen aber, in dieser Angelegenheit nachzufassen. Die Deutsche Börse ist übrigens das einzige Unternehmen im Dax, das tatsächlich ein Drei-Jahres-Wahlsystem für seinen Aufsichtsrat einführt.

Werden Sie die Themen gegebenenfalls auf der nächsten Hauptversammlungssaison wieder auf den Tisch bringen?
Die Rechenschaftspflicht und die Wahlzeiten des Aufsichtsrats bleiben für uns ein Schwerpunkt, und wir werden uns weiterhin dafür einsetzen, um positive Veränderungen zu fördern.

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Der Dax hat eine lange Geschichte – geprägt von Fusionen, Aufsteigern und Insolvenzen. Seit Gründung mussten sich einige Konzerne verabschieden und Neulinge bekamen eine Chance. Ein Blick in die Chronik der Börsenliga.

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