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Stelter strategisch

Ölaktien - Steinzeitpapiere oder lohnende Investments?

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Auf das richtige Pferd setzen

Die Pläne der Ölmultis dürften noch anders aussehen. Nach wie vor gehen sie davon aus, dass der weltweite Bedarf an Öl wächst. Nur langsam scheint sich die Erkenntnis durchzusetzen, dass die Zeiten des Mengenwachstums zu Ende sind. Ohnehin kam das meiste Wachstum aus Schwellenländern, die wie Indonesien den Benzinpreis aus sozialen Gründen subventioniert haben. Auch hier dürfte nicht zuletzt aus Budgetgründen ein Umdenken einsetzen.

Meilensteine der Ölpreisentwicklung

Droht den Ölkonzernen also dasselbe Schicksal wie den letzten Herstellern von Postkutschen oder analogen Filmen wie Kodak und Agfa? Vermutlich. Zwar gibt es immer auch Beispiele gelungener Transformation, siehe Fuji. Doch dies setzt voraus, dabei auf das richtige Pferd zu setzen – mit ziemlich digitalem Risiko: es klappt oder es klappt nicht.

Volle Kassen und viel Einsparpotenzial

Auf der anderen Seite gibt es aber auch Aspekte, die die Branche interessant machen. Immer wenn eine Industrie über Jahre und Jahrzehnte hohe Gewinne gemacht hat, bestehen erhebliche Reserven zur Kostensenkung. Überdimensionierte Zentralen, überzogene Vergütungen und Überkapazitäten können abgebaut werden. Immer mehr Arbeiten können auf Zulieferer übertragen werden und mehr Kooperationen erfolgen. All dies dürfte den freien Cash Flow der kommenden Jahre stärken, vor allem wenn die Unternehmen nicht versuchen, durch aufwändige Investitionen das unabwendbare doch noch zu verhindern.

Wie die FT am Beispiel von Royal Dutch Shell vorrechnet, kann das funktionieren. So hat die Firma Dividende und Investitionen im letzten Quartal aus dem laufenden Cash-Flow finanziert. Die Verschuldung liegt auf sehr tiefem Niveau. Damit ist es sehr wahrscheinlich, dass das Unternehmen auch in Zukunft die Dividendenzahlungen leistet. Die Dividendenrendite von deutlich über fünf Prozent kann sich sehen lassen.

In Arbeit
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Ein gewichtiges Argument ist die Zeit. Auch wenn meine Grundthese stimmt, reden wir beim Ende des fossilen Zeitalters nicht von Jahren sondern von Jahrzehnten. In der Zwischenzeit kann der mittlerweile aufgrund des Preisdrucks erfolgte Kapazitätsabbau wieder zu knapperem Angebot und höherem Ölpreis führen. Oder es gelingt den Zentralbanken doch noch, die gewünschte Inflation zu erzeugen. Dann kommt wieder mehr Nachfrage ins Spiel. So oder so ist man mit der Aktie eines gut durchfinanzierten Rohstoffunternehmens nicht ganz so falsch aufgestellt. Es wird eben noch eine Weile  dauern, bis wir gar kein Öl mehr verbrauchen.

Was also tun? Ich für meinen Teil halte Aktien von Royal Dutch Shell schon seit Jahren, musste also gegenüber den Höchstständen vom letzten Jahr einen Kursverlust hinnehmen. Angesichts der Tatsache, dass die Aktie seit 10 Jahren stabil zwischen 20 und 30 Euro pendelt, und mit Blick auf die Dividende scheint mir das Risiko, weiter dabei zu bleiben, durchaus vertretbar. Bei den jetzt günstigeren Einstandskursen Positionen aufzubauen, allemal.

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