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Stelter strategisch

Besser Finger weg von VW-Aktien!

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Dysfunktionale Eigentümerstruktur

  • Eigentümerstruktur: Der Skandal von Volkswagen ist letztlich auch der Ausfluss einer dysfunktionalen Eigentümerstruktur. Normaler Weise sind Unternehmen mit einem starken Familieneinfluss gute Investitionen auch für die außenstehenden Aktionäre. Dies gilt aber nur, wenn die Familie auf eine langfristige Wertsteigerung achtet. Die Eigentümer von Volkswagen haben in den letzten Jahren mehrfach gezeigt, dass andere Interessen und Motivationen überwiegen. Auch der Staatseinfluss reduziert letztlich die Möglichkeiten, das Unternehmen voranzubringen, man denke nur an die Möglichkeit der Standortverlagerung.

  • Kultur: Die Geschichte von VW in den letzten Jahren ist gekennzeichnet von Skandalen. Lopez-Skandal, Bestechungen mit Fernreisen und Bordellbesuchen, die Übernahmeschlacht mit Porsche. Zulieferer berichten übereinstimmend, dass sich die Einkäufer des VW-Konzerns nicht mit dem branchenüblichen Kostendrücken zufrieden geben, sondern dieses auch mit einer besonders rüden Vorgehensweise kombinieren.

Wie ich an dieser Stelle mehrfach erläutert habe, befinden wir uns am Ende einer mehr als dreißigjährigen Aufwärtsbewegung an den Kapitalmärkten. In den kommenden Jahren müssen wir uns auf geringe Renditen bei deutlicher Volatilität einstellen. Verluste schmerzen in diesem Umfeld umso mehr, weil es viel länger dauert, sie wieder aufzuholen.

Die Antwort liegt in einem disziplinierten Portfolioansatz. In dieses Portfolio gehören neben Liquidität, Gold und Immobilien auch Aktien. Allerdings nur Qualitätsaktien. Qualitätsaktien zeichnen sich durch attraktive Märkte, gute Markstellung, solide Finanzen, transparente Berichterstattung und gutes Management aus. VW erfüllt diese Kriterien nicht. Es ist und bleibt ein Nicht-Qualitätswert. Nun kann man sicherlich auch solche Aktien kaufen, wenn sie denn günstig sind. Doch ist VW schon günstig? Keiner kann dies mit Bestimmtheit sagen.

Börse



Bei Qualitätswerten kann man auch in einer solchen unsicheren Phase zugreifen. So im bereits erwähnten Beispiel von Bayer. Zwar war auch damals der Schaden nicht absehbar. Auf der anderen Seite verfügte Bayer über eine starke Marktstellung in einigen attraktiven Märkten, relativ solide Finanzen und ein stabiles Management Team. Hier ging man beim Kauf zwar auch das Risiko ein, zu früh zugegriffen zu haben. Aber die grundlegende Qualität des Unternehmens sprach dafür, dass es auf mittlere Sicht auf keinen Fall ein Fehler war.

Wenn man in fallende Messer greifen will, dann nur, wenn diese Messer auf Dauer Qualität bieten. Tun sie es nicht, sollte man sie fallen lassen.

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