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Stelter strategisch
Brexit: Britische Aktien sind weiterhin ein Kauf Quelle: imago images

Ich bleibe dabei: England ist ein Kauf

Daniel Stelter Quelle: Presse
Daniel Stelter Unternehmensberater, Gründer Beyond the Obvious, Kolumnist Zur Kolumnen-Übersicht: Stelter strategisch

Hard-, Soft- oder No-Brexit – die Empfehlung ist eindeutig. Britische Aktien sind ein Kauf. Denn was für den langfristigen Erfolg mehr zählt als alles andere, ist der Preis, den man am Anfang bezahlt.

Meine Haltung zum Brexit ist regelmäßigen Lesern dieser Kolumne und meines Blogs bekannt. Schon gleich nach der aus meiner Sicht sehr bedauerlichen Entscheidung der Briten, die EU zu verlassen, habe ich gemutmaßt, dass es am Ende wohl eher wir sein werden, die bedauern, dabei geblieben zu sein.

Eine Sicht, die bis heute auf viel Widerspruch trifft, wie ich am letzten Montag als Teilnehmer an der Diskussionsrunde bei „Hart aber fair„(ARD) erfahren habe. Nicht nur die in der Runde anwesenden Politiker empörten sich, es gab auch in der Nachbetrachtung einige Kritik von Medien und Zuschauern.

Das dürfte auch daran liegen, dass den meisten Beobachtern nach zehn Jahren die Eurokrise nicht mehr bewusst ist und kuschelige Europagedanken wie „Düsseldorfer Studenten können in Maastricht studieren“ schwieriger zu verstehende ökonomische Probleme gerne in den Hintergrund treten lassen. Dass dies nur der sedierenden Wirkung des „money for nothing“ der EZB zu verdanken ist, haben Medien und Politiker außerhalb des Wirtschaftsteils der Zeitung nur zu gerne verdrängt. Mario Draghi sei Dank!

Zur Auffrischung habe ich die Ursachen der Krise und vor allem die Untauglichkeit der zurzeit diskutierten Maßnahmen in einfacher Form für jene, die es nochmals nachlesen wollen, hier zusammengefasst.

Ich bleibe dabei: der Brexit muss nicht zwangsläufig ein Desaster für die Briten sein, zumal wir in einem Boot mit Ländern sitzen, die wirtschaftlich nicht zu uns passen. Der Euro bleibt dysfunktional und die Weigerung der Politik – die erneut in besagter Sendung deutlich wurde –, die Probleme des Euros ernsthaft anzugehen, verspricht nichts Gutes für die Eurozone und damit für uns, die wir mit unserer (noch bestehenden!) Wirtschaftskraft letztlich die Garanten für das Bestehen der Währung sind. Auch dazu will ich mir an dieser Stelle die Wiederholung sparen und verweise für Interessierte auf die Zusammenfassung hier.

Im Einkauf liegt der Gewinn

Natürlich ist das mit dem Timing so eine Sache. Viel zu früh habe ich empfohlen, eine Position in Pfund aufzubauen, wobei die Entwicklung von damals 1.1078 auf heute 1.1471 zumindest keinen Verlust beschert hat. Wie schon mit meinen Aussagen zum Dollar, hat mich damals die extreme Positionierung in den Märkten gegen das Pfund zu der Empfehlung bewogen. Trotzdem war meine Empfehlung zu früh.

Dennoch will ich mich heute eindeutig dazu bekennen, systematisch eine Position in Aktien aus Großbritannien aufzubauen. Egal wie das Brexit-Drama nun ausgeht. Die Börse in London ist ein Kauf!

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