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Tech-Aktien Nasdaq-Ausverkauf bietet Einstiegschancen

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Hedgefonds werden rausgepresst

Tech-Aktien im Check

Die Internet-Spezialisten wie Splunk und Salesforce waren jedoch vor dem Tech-Crash dieser Woche zum Teil auch exorbitant teuer, sie hatten Kurs-Gewinn-Verhältnisse von 50, 60, teilweise über 100.
Gewinnmitnahmen sind angesichts solcher Übertreibungen nichts Ungewöhnliches. Allerdings müssen Anleger befürchten, dass es sich zu einem generellen Ausverkauf der Branche, analog zu 2002/2003 auswächst. Dann wäre bei den meisten der Nasdaq-Werten noch sehr viel Luft nach unten.

Tröstend immerhin: Es sind offenbar vor allem kurzfristig orientierte Anleger wie Hedgefonds, die für den Ausverkauf in dieser Woche verantwortlich sind. Die Geschäftsmodelle der betroffenen Unternehmen sind, anders als viele beim Technologiecrash vor zwölf Jahren, hoch profitabel mit weiterhin reichlich Wachstumspotenzial. Hedgefonds und andere kurzfristig orientierte Anleger hätten in den vergangenen Monaten massiv in kleine und mittelgroße Techwerte investiert, sagte Seth Setrakian, Leiter Globale Aktienmärkte beim Broker New York First. In den ersten beiden Monaten 2014 hätten sie allein über ETFs, also Indexfonds auf den Nasdaq oder Teile des Nasdaq, mehr als eine halbe Milliarde Dollar dort investiert, so Setrakian. "Es musste jedem klar sein, dass das kein langfristig investiertes Geld sein würde", sagt Setrakian. "Außerdem werden viele Hedgefonds, die ihre Investments in der Regel mit Fremdkapital hebeln, von so hohen Tagesverlusten aus dem Markt gejagt. Sie bekommen kalte Füße, weil sie nun Verluste und sogar Nachschusspflichten auf ihre fremdfinanzierten Investments befürchten müssen."

Börse



Viel Geld floss auch in US-Staatsanleihen. Die Rendite der zehnjährigen US-Treasuries etwa sank wegen der daraus resultierenden Kursgewinne auf nur noch 2,628 Prozent. "Es sind viele Trendfolgerfonds draußen sehr, sehr nervös im Moment", sagte Händler Setrakian. "Ihre Finger sitzen sehr locker am Verkaufsschalter, weil sie auf hohen Kursgewinnen sitzen und sie genau wissen, dass die extremen Bewertungen vor allem der kleineren Techwerte und Cloud-Spezialisten nicht von Dauer sein können. Sie nehmen einfach Risiko raus, bis man in Sachen China, Ukraine und weitere Politik der US-Notenbank etwas klarer sieht", meint der Händler.

Im zweiten Quartal wieder mehr Positives

Fondsmanager Dreide geht deswegen davon aus, dass der Ausverkauf langfristig eher eine Kaufchance darstellt. Er beobachte die Kapitalströme genau und habe festgestellt, dass vor allem „kurzfristig und Momentum-orientierte Großanleger, also Hedgefonds, den jungen Techwerten den Rücken gekehrt hätten und in große, eher defensive Dividenden-Techwerte wie Microsoft und Apple umschichteten. Nach einem durchwachsenen und von Belastungen geprägten ersten Quartal (Krise in den Schwellenländern und der Ukraine, Sorgen um Chinas Kreditblase und Wirtschaftswachstum, härtester Winter seit 60 Jahren in den USA), sollten im zweiten Quartal wieder mehr positive Nachrichten kommen .

Triebfeder ist die sich weiter erholende Weltkonjunktur. Die USA sind dabei, sich zu reindustrialisieren; nach dem Winter gibt es zudem einen gewissen Investitionsstau. Zugleich fangen die Unternehmen weltweit an, wieder in Produktionsanlagen und IT zu investieren.

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