Tech-Aktien Wie das Tablet-Geschäft verpufft

Der Umsatz mit PCs stabilisiert sich, die hochgejubelten Tablets büßen dagegen schon wieder ein und werden von überdimensionalen Smartphones verdrängt. Noch zeigen sich Apple-Aktionäre davon unbeeindruckt.

Der Umsatz mit Tablets geht zurück, die Aktionäre stört das bisher nicht. Quelle: Marcel Stahn

Als Apple-Guru Steve Jobs im Januar 2010 das iPad vorstellte, hatte er seine Vision eines besseren Computers verwirklicht: das erste Tablet, ein leichtes, schnelles Gerät, das alles kann, was auch ein langsamer PC kann. Tablets waren bald heiß begehrt, während der Umsatz mit stationären PCs und Laptops zurückging. Nach nur drei Jahren hatte Apple 98 Millionen iPads verkauft. Samsung, Amazon und Microsoft bauten sie nach. Die Medien erklärten den PC schnell für tot, Konzerne wie Hewlett-Packard, Chipbauer AMD, Microsoft und Dell sahen sich langfristig in ihrer Existenz bedroht.

Überraschende Wendung

Die Herausforderungen sind für die traditionellen PC-Hersteller nicht geringer geworden, aber die Entwicklung nimmt jetzt eine unerwartete Wendung: Aus dem Tablet-Geschäft scheint die Luft raus. Laut jüngsten Zahlen des Marktforschers Gartner hat Apple im letzten Quartal 13,3 Millionen Tablets verkauft – neun Prozent weniger als im gleichen Quartal des Vorjahres.

Fakten zur Tablet-Nutzung

Samsung hat bereits von einer „insgesamt schwachen Nachfrage“ nach Tablets gewarnt und die Gewinnprognose für das zweite Quartal 2014 runtergeschraubt. Der Schuldige scheint gefunden: Samsung ließ in einer Erklärung verlauten, die wachsende Nachfrage nach großen Smartphones („Phablets“, Phone + Tablet) habe jene nach Tablet-Computern kannibalisiert. Das klingt plausibel; die Bildschirme der Riesenhandys messen in der Diagonale nur noch einen Zoll (2,54 Zentimeter) weniger als die kleinerer Tablets.

Nur vier Jahre nach ihrer Markteinführung muss man sich fragen, ob Tablets nicht langfristig schon wieder verdrängt werden. Stimmen aktuelle Gerüchte, wird Apple demnächst iPhones mit größeren Bildschirmen präsentieren, darunter ein 5,5-Zoll-Modell. Durchaus vorstellbar, dass ein Apple-Phablet dem Absatz von iPads einen weiteren Dämpfer versetzt. Im Gegensatz zu den Apple-Chefs hat Brian Marshall, Analyst beim Broker ISI Group, Tablets nie als PC-Ersatz gesehen: „Die meisten Leute wollen immer noch ein Basisgerät, an dem sie arbeiten“, meint er.

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