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Tesla Wetten gegen Elon Musk: Hedgefondsmanager Michael Burry löst Shortwetten auf

Elon Musk, Tesla-Chef, steht bei einem Pressetermin auf dem Gelände der Tesla Gigafactory. Quelle: dpa

Es war ein viel beachtetes Duell um hoch bewertete Techaktien – mit Attacken auch auf Tesla-Chef Elon Musk. Nun scheint Hedgefondsmanager Michael Burry klein beizugeben, vorerst.

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Für manche war der Zweikampf ein Stellvertreter-Krieg: Techfondsmanagerin Cathie Wood gegen Hedgefondsmanager Michael Burry. Im Sommer hatte Burry Aufsehen mit seinen Wetten erregt, als er nicht nur auf sinkende Kurse bei US-Staatsanleihen setzte, sondern auch auf den Absturz der Tesla-Aktie und auf Verluste beim von Wood gemanagten Ark Innovation Fonds.

Wood gilt als Grande Dame der Tech-Investoren-Szene. Innerhalb weniger Jahre ist die 65-Jährige zu einer Kultfigur geworden, die immer wieder mit sehr optimistischen Prognosen für Techaktien auffällt. Und nicht nur für die. Die wichtigste Kryptowährung zum Beispiel, den Bitcoin, sieht Wood längerfristig auf 760.000 Dollar steigen. Das wäre, immerhin, zwölf Mal so viel wie heute.

Für Techskeptiker steht Wood daher mustergültig für eine gigantische Blase, die sich – aufgepumpt vom billigen Geld der Notenbanken weltweit – an den Kapitalmärkten insgesamt und ganz besonders bei vielen Techwerten aufgebaut hat. Burry ist vielleicht einer der bekanntesten Skeptiker. 

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    Und auch er ist an den Kapitalmärkten kein Unbekannter. Berühmtheit erlangte er im Vorfeld der US-Subprime-Krise, als er von 2005 an auf einen Einbruch am US-Häusermarkt wettete – und gewann. Stolze 825 Millionen Dollar sprangen damals heraus, davon immerhin 100 für Burry selbst. Sein damaliger Erfolg ist im Spielfilm „The Big Short“ 2015 verfilmt worden, nach einem Bestseller von Erfolgsautor Michael Lewis.

    Burry spart auch heute nicht mit deutlichen Worten und attackierte Elon Musk, Chef des E-Autobauers Tesla. Auf dem Kurznachrichtendienst Twitter schrieb er mit Blick auf die von Musk angekündigten Milliarden-Verkäufe von Tesla-Aktien: „Er braucht kein Bargeld. Er will nur Tesla verkaufen.“ In einem anderen Tweet stellte er die Verkäufe in Zusammenhang mit privaten Schulden von Musk. Gerne wies Burry auch darauf hin, dass Musk selbst 2020 den Kurs der Tesla-Aktie bei 760 Dollar als „zu hoch“ bezeichnet hatte. Aktuell notiert sie bei rund 1000 Dollar. Musk hingegen bezeichnete Burry als eine „kaputte Uhr“, die eben auch zwei Mal am Tag die richtige Uhrzeit anzeigt, sonst aber nicht.

    Ist da was dran? Aktuell jedenfalls scheint Burry zurückzurudern. Sein Twitter-Konto hat er gelöscht. Und seine Investmentgesellschaft Scion Asset Management, die Burry gegründet hat und weiter führt, hat ihre Shortwetten aufgelöst, wie neue Bekanntmachungen zeigen. Jedes Quartal muss Scion, wie andere Hedgefonds mit hohem Millionenvermögen in US-Wertpapieren, einige Positionen offenlegen. Als erstes hatte der US-Finanzinformationsdienst Bloomberg über den neuen Stand berichtet.

    Im dritten Quartal löste Scion demnach die Shortpositionen gegen Cathie Woods Ark Innovation ETF auf, gegen Musks Tesla-Aktie und auch auf sinkende Kurse bei US-Staatsanleihen, hier als Shortwette gegen einen Staatsanleihen-ETF von iShares mit besonders lang laufenden US-Staatsanleihen. Möglich wäre allerdings, dass Burry trotzdem weiter auf sinkende Kurse setzt – nur mit anderen Finanzprodukten (OTC-Optionen). Solche Positionen wären nicht meldepflichtig.

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    Wie erfolgreich Burrys Shortwetten letztlich waren, lässt sich von außen kaum sagen. Im dritten Quartal hatte der Ark Innovation Fonds rund 15 Prozent verloren, Tesla hingegen war um 14 Prozent gestiegen und der Staatsanleihen-ETF hatte sich kaum im Kurs verändert. Burry hatte dem US-Nachrichtensender CNBC bereits im vergangenen Monat gesagt, dass er seine Tesla-Wette aufgelöst habe. Es habe sich nur um einen Trade gehandelt, also eine kurzfristige Spekulation.

    Doch das dürfte angesichts seiner Privatfehde mit Teslachef Musk nicht die ganze Wahrheit sein. Das letzte Kapitel in dieser Geschichte ist wohl kaum geschrieben. Burry hatte seinen Twitter-Account in den vergangenen Monaten bereits mehrfach gelöscht und wieder aktiviert. Für schnelles Einlenken war er noch nie bekannt. Musk und Wood sollten sich nicht zu sehr in Sicherheit wiegen.

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