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Top-Vermögensverwalter Der scheue Börsenbeobachter

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Aus seiner Sicht interessante Aktien müssen eine Vielzahl von Kriterien erfüllen. Dazu klickt sich Burkhart täglich unermüdlich durch die Datensätze der rund 100 Einzeltitel im Fonds: Aktien, bei denen er Trendbrüche anhand des Kurvenverlaufs entdeckt, fliegen raus aus dem Portfolio. Seine Kunst besteht darin, den Bruch von einer vorübergehenden Konsolidierung des Kurses zu unterscheiden, die dann doch wieder in Kursgewinne übergehen kann. „Exogene Faktoren und die durch die Tagesnachrichten verursachten Schwankungen können die Trendstabilität nur schwer beeinflussen“, meint Burkhart. Aktuell sieht er die Ölzulieferer Schoeller-Bleckmann Oilfield Equipment (Österreich) sowie SBM Offshore (Niederlande) in einer stabilen Aufwärtsphase. Für interessant hält er derzeit auch die Aktie des amerikanischen Ölunternehmens Vaalco, weil sich dort eine Änderung andeute nach einem langen trendlosen Kursverlauf. 

Unbehaglicher Boom

Angesagte Aktien wie Apple oder Facebook meidet er. „Als Platzhirsche sind sie überteuert und können nur noch verlieren; Konkurrenten werden ihnen die Marktstellung streitig machen.“

Allerdings betrachtet er den aktuellen Aktienboom mit etwas Unbehagen. Viele Anleger sitzen auf Gewinnen, die sie jederzeit realisieren könnten. Seine Aktienquote von 85 Prozent will er zurückfahren. Anlegern rät er flexibel zu bleiben. „Werden an der Börse Molltöne angeschlagen, ist ein Einstieg sinnvoll“, so Burkhart. Für ihn ist die Aktie als „transportabler Sachwert“ das ideale Instrument im unsicheren Gelände. Und eine breite Streuung ist sein wichtigster Schutz vor hohen Kursverlusten. „Die Jahresabschlüsse der Unternehmen sind heute wenig aussagekräftig. Goldgeränderte Bilanzen börsennotierter Unternehmen findet man vereinzelt bei den Schweizern wie Bucher Industries und Buckhardt Compression oder bei nicht börsennotierten Familienunternehmen“, sagt Burkhart.  Er erwartet auch in den kommenden Jahren weitere Finanzkrisen. „Seitens der Notenbanken und der Aufsichtsbehörden wird entschieden zu wenig getan, dem bunten Treiben der Finanzakteure engere Grenzen zu setzen“, sagt Burkhart.

Schockwellen, die Finanzkrisen auslösen, machen vor Aktien nicht halt. Entscheidend ist dann das Vermögen der Unternehmen, um solche Krisen zu überstehen. „Rohstoffunternehmen sind im Vorteil, weil das im Boden liegende Vermögen nicht unbedingt zu schlechten Preisen verkauft werden muss.“

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