Torsten Dennin "Gold steigt auf 1400 Dollar“

Rohstoffexperte Torsten Dennin sprach beim WiWo-Club über die sich erholenden Rohstoffmärkte. Er hält Goldminenaktien für günstig und sieht großes Potenzial beim Industriemetall Zink.

Diese Fehler sollten Anleger beim Goldkauf unbedingt vermeiden
Goldbarren vor einer Tresortür. Quelle: REUTERS
Goldbarren Quelle: REUTERS
Goldbarren und Goldmünzen Quelle: dapd
Kleinere Goldbarren Quelle: dpa
Kleinere Goldbarren Quelle: dpa
Goldbarren Quelle: REUTERS
Goldbarren Quelle: dapd
Fehler Nr. 8: Steuerregeln ignorierenFür Münzen und Barren gilt eine Spekulationsfrist von zwölf Monaten. Wer erst danach verkauft und Kursgewinne erzielt, muss diese nicht versteuern. Anders bei den meisten Goldfonds: Bis auf wenige Ausnahmen werden Verkaufsgewinne mit der 25-prozentigen Abgeltungsteuer belegt. Um beim Verkauf kein böses Erwachen zu erleben, sollten sich Goldkäufer über die steuerliche Behandlung erkundigen. Quelle: dpa
Fehler Nr. 9: Sammler- statt AnlagemünzenGrundsätzlich müssen Sammlermünzen von Anlagemünzen unterschieden werden. Bei Sammlermünzen beeinflussen neben dem Goldgehalt auch Motiv, Zustand und Seltenheit eine wesentliche Rolle für den Preis. Auch sind Verkaufserlöse unabhängig von der Haltedauer (keine Spekulationsfrist) zu versteuern. Anlagemünzen sind hingegen Massenware, deren Preis allein vom Goldgehalt bestimmt wird und steuerlich bevorzugt werden. Typische und fast überall erhältliche Anlagemünzen sind etwa Krügerrand, Wiener Philharmoniker oder American Eagle. Im Bild: Die 100 Kilogramm schwere Goldmünze "Big Maple Leaf", die auf der Rückseite ein Ahornblatt zeigt. Quelle: dpa
Fehler Nr. 10: Auf Goldschmuck vertrauenGoldschmuck ist keine wirklich brauchbare Alternative für Anlagemünzen oder Barren. Der Goldgehalt ist meist vergleichsweise gering, zudem muss man beim Kauf auf für Design und Handwerk bezahlen. Trifft der Schmuck aber nicht den Geschmack der Käufer, gibt es dafür nicht einmal den vollen Materialwert. Schließlich kostet Schmelzen und Gießen auch etwas. Quelle: dpa

Bei Rohstoffen scheint das Tal der Tränen durchschritten. Insbesondere der Ölpreis hat zuletzt wieder kräftig zugelegt. Welche Chancen das Comeback von Öl, Gold und Industriemetallen Anlegern bietet, fasste der Rohstoffexperte Torsten Dennin bei einem WiWo-Club-Event am 18. Mai in Frankfurt zusammen.

Zur Person

WirtschaftsWoche: Herr Dennin, der Rohstoffmarkt hat sich seit dem Tief im vergangenen Jahr erholt. Ist die Wende bereits geschafft?

Torsten Dennin: Aus Anlegersicht lässt sich das nicht pauschal beantworten. Nehmen wir beispielsweise Öl. Der Ölpreis selbst hat noch Potenzial nach oben, weil die Lagerbestände sukzessive abschmelzen. Die Aktien von Ölkonzernen halten wir dagegen für inzwischen überbewertet.

Warum halten Sie die Ölaktien für zu teuer?

Wir denken, dass die Gewinnerwartungen, die in den Aktienkursen stecken, enttäuscht werden. Sprich die Kurs-Gewinn-Verhältnisse sind zu hoch.

Was treibt momentan den Ölpreis?

Die Produktionskürzungen von Saudi-Arabien, sowie die Konjunkturerwartungen in den USA und China. Dämpfend wirkt dagegen, dass nur wenige US-Förderer von Schieferöl wegen des zwischenzeitlichen Einbruchs des Ölpreises in die Insolvenz mussten. Die Saudis wollten diese Anbieter aus dem Markt drängen, was ihnen aber nicht gelang.

Torsten-Dennin Quelle: Presse

Gerüchte über eine mögliche Amtsenthebung von US-Präsident Donald Trump ließen den Goldpreis steigen.

Gold ist kein Rohstoff im klassischen Sinne, weil es in der Industrieproduktion kaum eine Rolle spielt. Es ist mehr eine Ersatzwährung und für viele Anleger nach wie vor eine Versicherung gegen Krisen. Damit der Goldpreis dauerhaft steigt, müsste die politische Krise auch nachhaltige ökonomische Auswirkungen haben.

Welches Investment ist derzeit attraktiver, physisches Gold oder Goldminenaktien?

Goldminen sind im Verhältnis zu Gold günstiger bewertet. Das liegt daran, dass unterhalb von 1200 Dollar je Unze Gold eine Reihe von Produzenten Probleme haben, Gewinne zu machen. Entsprechend stark sind die Kurse gesunken. Da wir in diesem Jahr von einem Anstieg des Goldpreises auf rund 1400 Dollar je Unze ausgehen, dürften vor allem die Kurse von Minenbetreibern mit hohen Produktionskosten profitieren.

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