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Türkei Angst vor US-Sanktionen verunsichert Anleger – Lira unter Druck

Die Furcht vor neuen US-Sanktionen hat Folgen: Investoren ziehen sich von den türkischen Finanzmärkten zurück. Auch die Lira gerät unter Druck.

Der Leitindex der Istanbuler Börse fiel am Freitag um bis zu 2,6 Prozent. Quelle: Reuters

IstanbulAus Furcht vor neuen US-Sanktionen gegen die Türkei ziehen sich Anleger aus dem Land zurück. Der Leitindex der Istanbuler Börse fiel am Freitag um bis zu 2,6 Prozent. Der Ausverkauf türkischer Staatsanleihen hievte die Rendite der zehnjährigen Titel auf 16,78 von 16,54 Prozent. Die Währung des Landes geriet ebenfalls unter Druck. Dollar und Euro verteuerten sich im Gegenzug um jeweils knapp zwei Prozent auf 5,7764 und 6,4972 Dollar.

Die Nervosität der Anleger spiegelte sich auch am Markt für Credit Default Swaps (CDS) wider. Die Absicherung eines zehn Millionen Dollar schweren Pakets türkischer Anleihen gegen Zahlungsausfall verteuerte sich um 22.000 auf 419.000 Dollar, teilte der Datenanbieter Markit mit.

Schon zu Wochenbeginn wurden die türkischen Finanzmärkte unter Druck gesetzt. Grund dafür war die Abberufung des Zentralbankchefs Murat Cetinkaya durch Staatspräsident Recep Tayyip Erdogan. Zuletzt hatte sich die Lage noch verbessert. Nach einer Währungskrise hatte die Lira seit Anfang Mai fast zehn Prozent an Wert gewonnen. Auch die Unabhängigkeit der Zentralbank war weniger in Frage gestellt worden, nachdem sie die Zinsen zuletzt konstant hochgehalten hatte.

Die Türkei liegt zudem wegen des Kaufs russischer Flugabwehr-Raketen mit dem Nato-Partner USA über Kreuz. Die ersten Teile des Systems vom Typ S-400 trafen am Freitag ein. In den kommenden Tagen werde es weitere Lieferungen geben. Mit der Entgegennahme des Systems steuert ein scharfer Konflikt mit den USA auf seinen Höhepunkt zu.

Die US-Regierung ist strikt gegen den Kauf und den Einsatz des russischen Systems S-400 im Nato-Luftraum und droht mit Sanktionen. Im vergangenen Jahr hatten US-Sanktionen wegen eines in der Türkei festgehaltenen amerikanischen Pastors die türkische Wirtschaft und Währung schwer geschädigt.

Die Regierung in Washington befürchtet unter anderem, dass Russland über die empfindlichen Radare der S-400 an Daten über die Fähigkeiten der neuen US-Tarnkappenflugzeuge F-35 gelangt.

Mit Agenturmaterial.

Mehr: Die türkische Lira wird an Wert verlieren, Investoren werden verunsichert: Erdogan sendet ein gefährliches Signal an die Märkte. Wer ihn kennt, dürfte nicht überrascht sein.

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