UC Rusal Russischem Alu-Riesen droht der Zahlungsausfall – Aktie bricht um 50 Prozent ein

Der russische Milliardär ist in der Politik offenbar bestens vernetzt – allerdings zum Nachteil seines Unternehmens. Quelle: IMAGO

Neue US-Sanktionen bringen Russlands größten Aluminium-Konzern in Schwierigkeiten. UC Rusal warnt die Investoren. Die Aktie stürzt ab.

Ende vergangener Woche hatte die US-Regierung ihre Sanktionen auf eine Reihe Putin-naher Oligarchen und deren Firmen ausgeweitet – so auch auf den Unternehmer Oleg Deripaska und seinen Aluminium-Konzern UC Rusal. Nun bekommt der Aluminiumriese die Sanktionen offenbar zu spüren.

An der Börse Hongkong brachen die Aktien am Montag um satte 49 Prozent ein, nachdem das Unternehmen eine Pflichtmitteilung veröffentlicht hat, aus der hervorgeht, dass die US-Sanktionen möglicherweise zu Zahlungsausfällen führen könnten. Das Unternehmen ist an der Börse somit noch rund 4,8 Milliarden US-Dollar wert.

UC Rusal sei gerade dabei, die genauen Auswirkungen der US-Sanktionen auf die Geschäftsaktivitäten der Firma auszuwerten. Es sei aber sehr wahrscheinlich, dass die Sanktionen sich negativ auf die jetzigen sowie die künftigen Geschäfte des Aluminiumkonzerns auswirken würden. Auch würde die Veröffentlichung des Geschäftsberichts für das Jahr 2017 verzögern. Anteilseignern und potenziellen Investoren rate man, „extrem vorsichtig“ beim Handel mit den Aktien des Aluminiumkonzerns vorzugehen.

Die Sanktionen, die das US-Finanzministerium in der vergangenen Woche eingeführt hat, verbieten es US-Personen und Firmen, kommerzielle Beziehungen mit Personen und Unternehmen zu unterhalten, die auf der „schwarzen Liste“ stehen. Dazu zählen neben UC Rusal auch sechs weitere mit Deripaska assoziierte Firmen, so auch die Holding En+.

Insgesamt umfasst die Liste 24 russische Einzelpersonen und 15 Firmen, denen vorgeworfen wird, sich an der Manipulationen der US-Wahlen im Jahr 2016 beteiligt zu haben. Darunter befinden sich neben Deripaska der Chef einer der wichtigsten russischen Banken, VTB, Andrey Kostin, sowie Viktor Vekselberg, Inhaber von Renova Group, die sich an Öl- und Aluminiumfirmen Russlands beteiligt. Auch Gazprom-Chef Aleksej Miller und der Gazprombank-Chef Andrej Akimow sowie Mitglieder der Oligarchenfamilie Rotenberg stehen auf der schwarzen Liste.

Dem Milliardär Deripaska (Vermögen laut Forbes: 5,3 Milliarden Dollar) werden Verbindungen mit dem US-Wahlkampfmanager Paul Manafort nachgesagt. Manaforts Unternehmen sollen dem Russen mehrere Milliarden Dollar geschuldet haben, schreibt die New York Times. Darüber hinaus erhärtete sich der Verdacht, dass Deripaska Einfluss auf den US-Wahlkampf genommen haben könnte, nachdem zu Beginn des Jahres Fotos von ihm und dem russischen Politiker und Putin-Berater Sergei Prikhodko auftauchten.

US-Rusal ist nicht das einzige Unternehmen, das inzwischen die Folgen der US-Sanktionen zu spüren bekommt. So habe der Schweizer Maschinenbauer Sulzer rund fünf Millionen seiner Aktien vom russischen Unternehmen Renova, das dem ebenfalls sanktionierten Milliardär Viktor Verkselberg gehört zurückgekauft. Die Beteiligung Renovas an Sulzer sank so von 63,2 auf 48,8 Prozent, meldet die russische Zeitung „Vedomosti“.

Das Unternehmen aus der Schweiz habe sich zu diesem Schritt entschlossen, um die Auswirkungen der US-Sanktionen auf das Unternehmen abzumildern. Der Deal solle bereits Ende der Woche stehen, heißt es in der Pressemitteilung des Unternehmens.

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