Umfrage Merrill Lynch Aktien, was sonst?

Internationale Fondsmanager rechnen damit, dass die Aktienkurse bis 2019 weiter klettern. Anleihen halten immer mehr für zu teuer. Für die Experten gibt es aber zwei große Risiken an den Märkten.

Die Bronzeplastik eines Bullen, Symbol für den Aufwärtstrend an den Börsen, steht vor der Börse in Frankfurt. Internationale Fondsinvestoren glauben an weiter steigende Kurse am Aktienmarkt. Quelle: dpa

FrankfurtGroße Investoren setzen unbeirrt auf Aktien. Bis in das nächste Jahr hinein dürften die Kurse von Dividendentiteln noch steigen, gestützt durch solides globales Wachstum auch dank anziehender Firmengewinne. Diesen Optimismus äußern internationale Großanleger zum Jahresbeginn in der wichtigsten monatlichen Umfrage der US-Bank Bank of America Merrill Lynch (BofA) unter Fondsmanagern. Teilgenommen haben 213 Fondsprofis, die insgesamt knapp 600 Milliarden Dollar Kundenvermögen managen.

„Investoren favorisieren weiter Aktien“, konstatiert Michael Hartnett, Chef-Anlagestratege bei BofA. Und der Optimismus der Großanleger hat zuletzt weiter zugenommen. Nachdem sie im Dezember noch meinten, dass die Kursrally im Frühjahr auslaufen könnte, sagte nun mit 30 Prozent der Befragten die größte Gruppe, dass sie steigende Kurse bis „mindestens ins kommende Jahr“ erwarten. Dazu passen ebenfalls positivere Einschätzungen zu steigenden Gewinnschätzungen von Firmen weltweit wie auch zum globalen Wachstum. Zum Jahresanfang meinte eine gewichtigere Mehrheit, dass das weltweite Wirtschaftswachstum in den kommenden zwölf Monaten Fahrt gewinnt.

Kein Wunder also, dass aktuell so viele Fondsmanager Aktien gegenüber ihren Börsenvergleichsindizes übergewichten wie zuletzt vor zwei Jahren mit netto 55 Prozent. Netto bedeutet, dass es 55 Prozent mehr Optimisten als Pessimisten gibt. Nach Regionen bevorzugen die Großanleger vor allem Aktien der Eurozone, aus Schwellenländern und Japan. Vorsichtiger positionieren sie sich dagegen bei US-Aktien. Britische Aktien finden sie extrem unattraktiv. Nach Sektoren bevorzugen die Investoren die zuletzt sehr gefragten Technologie-Titel sowie Industrie-, Bank- und Energieaktien.

Anleihen halten die Großanleger dagegen für so wenig aussichtsreich wie zuletzt vor vier Jahren: Netto 67 Prozent der Befragten gewichten Bonds gegenüber Indizes unter. Dazu passt, dass die Investoren nun eine anziehende Inflation sowie einen Einbruch an den Bondsmärkten als größtes Risiko für einen Einbruch an den Kapitalmärkten betrachten.

Im Dezember fürchteten sie vor allem einen Fehler in der Geldpolitik der Europäischen Zentralbank oder der US-Notenbank Fed. Generell erwarten sie, dass die Zinsen steigen, vor allem die kurzfristigen. Ihre Liquiditätsquote haben die Fondsmanager im Januar angesichts des Aktienoptimismus zurückgefahren haben auf im Durchschnitt 4,4 Prozent, von noch 4,7 Prozent im Dezember.

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