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Unbekannter Anlagetipp Schweizer Kantonalbanken versprechen sichere Rendite

Aktien und stimmrechtslose Beteiligungspapiere von Schweizer Kantonalbanken sind auch für Euro-Anleger attraktiv - sie bieten eine gute Kursentwicklung und anständige Rendite.

Zürcher Kantonalbank Quelle: REUTERS

Sicherheit, Ruhe und Rendite – das lieben Schweizer Anleger. Deshalb legen sie sich Aktien und Partizipationsscheine von Kantonalbanken ins Portfolio. Die zeigten bisher oft nicht nur eine gute Kursentwicklung, sondern lieferten auch anständige Dividendenrenditen.

Die Aktien der Banque Cantonale Vaudoise (BCV, Waadtländer Kantonalbank) sind in den vergangenen zehn Jahren von 120 auf über 500 Franken gestiegen. Bei der Dividendenrendite liegen die BCV und die St. Galler Kantonalbank mit über 4,5 Prozent Durchschnittsrendite in den vergangenen fünf Jahren vorn.

Fünf weitere Kantonalbankpapiere schafften mehr als drei Prozent. „Kantonalbanken machen keine großen Sprünge, erleben aber auch keine Abstürze“, sagt Michael Kunz, Analyst bei der nicht börsennotierten Zürcher Kantonalbank. Mit wenigen Ausnahmen sind es Wertpapiere mit einer normalerweise langsamen, aber stetigen Entwicklung.

In der Schweiz gibt es 24 Kantonalbanken. Fast jeder Kanton (entspricht etwa einem deutschen Bundesland) hat eine eigene. Die Banken betreuen als klassische Universalbanken Privat- und Unternehmenskunden, vorrangig aus dem eigenen Kanton. Das defensive Geschäft (kein Investmentbanking) verstetigt die Gewinne, außerdem haben fast alle Kantonalbanken eine Staatsgarantie.

Ende 2013 war die Zürcher Kantonalbank mit 150 Milliarden Franken Bilanzsumme die größte Kantonalbank, vor der BCV mit rund 40 Milliarden. Die addierte Bilanzsumme aller Kantonalbanken ist etwa halb so groß wie die der größten Schweizer Bank UBS.

13 Kantonalbanken haben sich in den vergangenen Jahren dem Publikum geöffnet, auch wenn die Kantone Mehrheitseigentümer geblieben sind. An der Börse werden entweder Aktien oder Papiere ohne Stimmrecht (Partizipationsscheine, PS) gehandelt. Die Thurgauer und die Glarner Kantonalbank (GLKB) gaben ihr Börsendebüt erst in diesem Jahr, mit unterschiedlichem Erfolg. Die Partizipationsscheine der Thurgauer gingen für 74 Franken an die Börse, zu einem Preis am obersten Rand der angebotenen Spanne.

Aktienkennzahlen ausgewählter Schweizer Kantonalbanken Quelle: Bloomberg

Die Glarner mussten mit dem unteren Ende der Emissionspreisspanne zufrieden sein. Vor einigen Jahren scheiterte ihre teure Expansionsstrategie, der Kanton musste die Bank retten, und diese wurde gründlich ausgemistet. Die ZKB, die die Aktie an die Börse brachte, sieht deren Zukunft nach dem Aufräumen positiv. Pluspunkte seien das neu strukturierte Risikomanagement und ihr in der Schweiz einzigartiges Produkt namens „Hypomat“.

Auf dieser Online-Plattform können seit 2012 Hypothekenkredite online abgeschlossen werden – auch am Wochenende. Das bringt der GLKB Wachstum, denn jetzt können Kunden auch außerhalb des Kantons Glarus via Hypomat einen Kredit aufnehmen.

Negative Schlagzeilen macht dagegen die Basler Kantonalbank. Sie liegt im Streit mit den US-Steuerbehörden und geriet in den Strudel eines großen Anlegerbetruges. Der PS-Kurs halbierte sich seit 2011. Auf Talfahrt ist seit Mitte 2013 auch die Berner Kantonalbank. Die bietet ihren Aktionären traditionell höhere Zinsen auf Einlagen. 0,25 Prozent für Aktionäre gegenüber 0,15 Prozent für Normalsparer locken heute aber kaum Neu-Aktionäre an, eher veranlassen sie Aktionäre zu verkaufen.

Die Bankpapiere werden alle an der Börse Zürich gehandelt, einige, wie etwa die GLKB oder die Berner, auch in Frankfurt. Die Umsätze sind eher gering, Anleger sollten nur mit Limit ordern. Das Währungsrisiko ist überschaubar, der Franken bleibt als sicherer Hafen gefragt. Währungsgewinne sind aber auch nicht drin – die Schweizer Notenbank hat den Franken-Kurs bei 1,20 Euro praktisch eingefroren.

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