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Update zum krisenfesten PortfolioWie lange hält die Erholungsrally?

Die Aktienmärkte legen am Dienstag extrem zu. Für Entwarnung ist es nach dem dramatischen Crash aber zu früh.Georg Buschmann 24.03.2020 - 20:26 Uhr

Das Papier des Düsseldorfer Immobilienkonzerns LEG hat am Dienstag deutlich aufgeholt. Doch die Zukunftsindikatoren sehen weniger gut aus.

Foto: dpa

Am Aktienmarkt gab es am Dienstag eine außergewöhnliche Erholungsrally. In Erwartung, dass Demokraten und Republikaner sich in den USA auf ein billionenschweres Hilfspaket einigen können, zogen die Kurse global deutlich an. Im Dax gab es mit einem Plus von elf Prozent einen der besten Handelstage seiner Geschichte. Wie schon an den guten Börsentagen in der vergangenen Woche waren die größten Gewinner Aktien, die im Crash überproportional verloren hatten. Im Dax legten etwa die Versicherer oder Autobauer besonders stark zu. Der Weltaktienindex MSCI World stieg bis zum Börsenschluss in Deutschland um gut acht Prozent. Das WiWo-Corona-Depot verzeichnete hingegen nur gut fünf Prozent Kursgewinn. Viele Werte waren im Ausverkauf nicht stark abgestürzt und profitierten in der Erholungsrally daher nur unterproportional.

Was lief gut?

Zu den Werten, die stark aufholten, zählte der nordrhein-westfälische Wohnimmobilien-Konzern LEG. Die Aktie schloss den Handelstag mit knapp 14 Prozent Plus ab und war der beste Depotwert. Die Nachrichtenlage allerdings ist schlecht. Denn Aufsichtsratschef Michael Zimmer verkaufte in die steigenden Kurse hinein LEG-Aktien im Wert von über einer Million Euro zu etwa 88 Euro das Stück. Das ist bemerkenswert, denn die Aktie notierte in den vergangenen zwei Jahren konstant oberhalb dieses Niveaus. Dass ein so prominenter Insider trotzdem in diesem Umfeld in großem Stil verkauft, ist ein ganz schlechtes Zeichen. Zumal der letzte Insiderkauf bei LEG ein Dreivierteljahr zurückliegt. Wir ziehen bei LEG daher einen Stoppkurs von 90 Euro ein. Fällt der Kurs darunter, verlässt die Aktie zum nächsten Kurs das Depot.

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Was lief schlecht?

Wenig, angesichts des auf breiter Front steigenden Markts. Die Aktie von Drägerwerk zählte mit fünf Prozent plus schon zu den schwächeren Depotwerten. Dabei kamen vom Unternehmen aus Lübeck einmal mehr gute Nachrichten. Drägerwerk will einen Teil seiner ausstehenden Genussrechte kündigen. Die Genussrechte hatte man vor gut zwei Jahrzehnten begeben, um sich Kapital zu beschaffen. Sie haben den Charakter einer Nachranganleihe und gewähren ihrem Inhaber einen Zahlungsanspruch in Höhe der zehnfachen Vorzugsaktiendividende. Für die 567.000 Scheine der nun gekündigten Serie musste Drägerwerk zuletzt ungefähr 1,1 Million Euro Gewinnbeteiligung pro Jahr zahlen. Dieses Geld kann sich der Konzern demnächst sparen, muss dafür allerdings die Genussrechtsscheininhaber abfinden. Das sollte machbar sein; Drägerwerk will die Abfindung aus bestehender Liquidität stemmen. Wer bei der Drägerwerk-Aktie dabei ist, kann seine Gewinne kurzfristig durch eine Stoppmarke bei 65 Euro absichern.

Wie geht es weiter?

US-Präsident Donald Trump will, dass die US-Wirtschaft möglichst schnell vom Corona-bedingten Not- wieder auf Normalbetrieb umschaltet. Entsprechende Ankündigungen twitterte er am Dienstag. Angesichts der Tatsache, dass die Zahl der Infizierten in den USA weiter rasant steigt und das Land auf dem Weg ist, der Staat mit den meisten Infizierten weltweit zu werden, erscheint dieses Vorhaben drastisch verfrüht. Eine Rückkehr in den Normalmodus mag für die Unternehmen und Trump kurzfristig verlockend sein. Die Gefahr einer außer Kontrolle geratenen Ausbreitung des Virus in den USA mit vielen Toten aber hätte langfristig auch wirtschaftlich fatale Folgen. Dass der Absturz an den Börsen nach der Erholungsrally am Dienstag bereits ausgestanden ist, ist daher fraglich. Defensiv positioniert zu sein, bleibt die Strategie der Wahl. So sieht das Depot im Detail aus:

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