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US-Börse Anleger wollen Geld sehen

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Der Eingang des amerikanischen Quelle: Christof Kerkmann

Und das schlägt sich auch auf die Performance der Aktien nieder. Anteilsscheine von Unternehmen mit höheren Ausschüttungen übertreffen innerhalb des Technologiesektors die von vergleichbaren Firmen, schreibt McCourt: "Über das vergangene Jahr gesehen, legten die Aktien der guten Dividendenzahler mit einer Gesamtrendite von 10,4 Prozent eine weit bessere Performance vor als die der schlechten Dividendenzahler mit 4,7 Prozent." Und dies, obwohl die Gewinnaussichten der Dividendenzahler zuletzt schlechter waren. Bei ihnen wird ein Rückgang des Gewinns je Aktie von 2,0 Prozent erwartet, bei Nicht-Dividendenzahlern soll der Gewinn dagegen um 9,7 Prozent steigen.

Wirklich absurd aber sei, dass die Unternehmen mit ihren Bargeld-Massen aufwendige Akquisitionen tätigen, anstatt die Gelder an die Aktionäre auszuschütten. McCourt nennt zwar keine Namen, aber die 12,5-Milliarden-Dollar-Offerte von Google für die Mobilfunksparte von Motorola ist wohl ein treffendes Beispiel, auch wenn Google die Übernahme als gutes Geschäft bezeichnen mag.

Studien wie die von McCourt liefern deutliche Hinweise auf die sich zunehmend verhärtenden Fronten zwischen Anlegern, die Ausschüttungen verlangen, und Unternehmen, die ihr Geld lieber in Fusionen und Akquisitionen stecken.

Apple hortet Gelder

Als Steve Jobs vor zwei Wochen den Chefposten bei Apple aufgab, entbrannten sofort heftige Spekulationen, ob der Konzern nun eine Dividende einführen würde oder einen Aktienrückkauf plane. Einige Analysten meinen, eine derartige Maßnahme könne wertorientierte Anleger anlocken, was der Aktie nach dem Abgang von Jobs eine zusätzliche Absicherung böte.

Derzeit erwarte ich nichts dergleichen, jedenfalls nicht so lange, wie der Dividenden-Gegner Jobs Vorsitzender des Verwaltungsrats (Board of Directors) ist.

Also wird die Gesamtposition an Barmitteln und Wertpapieren in der Bilanz von Apple, die sich inzwischen auf erstaunliche 76,2 Milliarden Dollar belaufen, weiter hervorstechen wie ein Leuchtturm in der Wüste. Dabei zeigt sich Apple seit Jahren nur mäßig akquisitionsfreudig und hat auch keine große Übernahme ins Auge gefasst. Wozu horten sie wohl das viele Geld? Im vergangenen Jahr generierte Apple einen freien Cash-Flow in Höhe von erstaunlichen 16,6 Milliarden Dollar. Damit hätte das Unternehmen den Rückkauf eigener Aktien im Umfang von fünf Prozent seiner gesamten Börsenkapitalisierung finanzieren können. Oder Apple hätte 17,90 Dollar je Aktie an die Aktionäre ausschütten und damit die Dividendenrendite auf rund fünf Prozent steigen lassen können.

Das sind natürlich extreme und sicher nicht realistische Vorschläge. Aber sie veranschaulichen das immense Ausschüttungspotenzial von Apple, das Ausmaß an Geldern, die zur Verfügung stünden, selbst wenn das Unternehmen das bereits auf der Bank liegende Geld nicht angreifen würde.

Das Bargeld, das im Tech-Sektor schlummert, hat jetzt Aufkäufer angelockt, die auf der Suche nach geeigneten Übernahmezielen sind. Eine ganze Anzahl möglicher Kandidaten wurde bereits bekannt. Zum Objekt der Begierde wurden sie nicht, weil ein Käufer sich mit ihnen verstärken wollte, es sind also keine „strategischen“ Überlegungen. Vielmehr handelt es sich um Firmen, die üblicherweise von Finanzinvestoren wie etwa Private-Equity-Gesellschaften gekauft, umstrukturiert und wieder verkauft werden.

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