WiWo App Jetzt gratis testen
Anzeigen
Benachrichtigung aktivieren
Dürfen wir Sie in Ihrem Browser über die wichtigsten Themen der WirtschaftsWoche informieren? Sie erhalten 1 bis 3 Meldungen pro Tag.
Fast geschafft
Erlauben Sie www.wiwo.de, Ihnen Benachrichtigungen zu schicken. Dies können Sie in der Meldung Ihres Browsers bestätigen.
Benachrichtigungen erfolgreich aktiviert
Wir halten Sie ab sofort über die wichtigsten Themen der WirtschaftsWoche auf dem Laufenden. Sie erhalten 1 bis 3 Meldungen pro Tag.
Wiwo Web Push

US-Börse Anleger wollen Geld sehen

Seite 3/3

Einer der in der vergangenen Woche genannten Namen war AOL, das einstige Internet-Vorzeigeunternehmen, das nur mehr ein Schatten seines zu Dotcom-Zeiten so großartigen Selbst ist. Die "New York Post" berichtete, AOL überlege gemeinsam mit Banken einen Rückzug von der Börse. Finanzinvestor Kohlberg Kravis Roberts (KKR) gilt als einer der möglichen Interessenten

AOL hat sich in letzter Zeit zu einem wichtigen Content-Anbieter entwickelt. Das Unternehmen besitzt zum Beispiel die amerikanische Web-Zeitung "The Huffington Post". Von Interesse ist der Internet-Konzern jedoch in erster Linie wegen seiner ursprünglichen Tätigkeit als Internet-Anbieter, der Millionen von Menschen gegen eine monatliche Gebühr Netzzugang verschafft. Tatsächlich verdient AOL mit dieser Sparte noch immer eine erhebliche Summe. UBS-Analyst Brian Fitzgerald erwartet für das laufende Jahr 732 Millionen Dollar beziehungsweise rund ein Drittel des Gesamtumsatzes aus diesem längst schrumpfenden Zugangsgeschäft.

In einem jüngst publizierten Kommentar schreibt Fitzgerald, AOL enthalte "versteckten Wert". Das Internet-Zugangsgeschäft werde zwar in diesem ebenso wie im kommenden Jahr um 23 Prozent schrumpfen, aber was übrig bleibe, sei insofern eine attraktive Geldmaschine, deren Unterhalt kaum Kosten verursache.

Zu große Unsicherheiten

Mit der mit 79 Prozent sehr hohen Gewinnmarge vor Steuern und minimalem Kapitalbedarf bringt das Netzzugangsgeschäft AOL laut Schätzungen von Fitzgerald in diesem Jahr einen freien Cash-Flow in Höhe von 600 Millionen Dollar. Das entspricht zwölf Dollar je AOL-Aktie; die Aktie notierte zuletzt mit rund 14 Dollar nicht weit darüber.

Der Wert der Summe aller übrigen Teile von AOL beläuft sich nach Berechnungen von Fitzgerald auf nahezu 20 Dollar je Aktie. Diese Schätzung ist vielleicht zu hoch gegriffen, aber das ist nicht der springende Punkt: Was die Aufkäufer anlocken könnte, ist die Cash-Maschine, die AOL durch das Netzzugangsgeschäft sein Eigen nennt. Mit ihr allein ließe sich die Übernahme fast schon finanzieren. Ein potenzieller Käufer würde das Unternehmen umstrukturieren und die Internet-Zugangssparte an jemanden verkaufen, der aus dem Cash-Flow größeren Nutzen zu schlagen weiß.

Ich würde nie zum Kauf eines potenziellen Übernahmezieles raten, die Unsicherheiten und Unwägbarkeiten sind zu groß. Aber ganz abwegig erscheinen diese Gerüchte nicht, denn es liegt tatsächlich massenhaft Bargeld völlig untätig herum.

AOL ist nur ein prominentes Beispiel. Unter dem Strich erscheint mir eine Phase hektischer Übernahmen im Tech-Sektor letztlich wahrscheinlicher als eine dramatische Erhöhung der Dividenden.

Inhalt
Artikel auf einer Seite lesen
Zur Startseite
Diesen Artikel teilen:
© Handelsblatt GmbH – Alle Rechte vorbehalten. Nutzungsrechte erwerben?
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%