US-Börsen Wall-Street-Indizes geben nach – Fed-Euphorie verpufft

Die Twitter-Aktien steigen, weil Tesla-Chef Elon Musk bei der Finanzierung der insgesamt 44 Milliarden Dollar teuren geplanten Übernahme vorankommt.

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Anleger suchen ihr Heil in „sicheren Häfen“. Quelle: Reuters

An den US-Börsen ist die Erleichterungsrally einen Tag nach dem Zinsentscheid der Notenbank Fed bereits wieder beendet. Der Dow-Jones-Index der Standardwerte gab am Donnerstag um 1,3 Prozent auf 33.753 Punkte nach. Der breiter gefasste S&P 500 fiel um 1,6 Prozent auf 4230 Zähler. Der Index der Technologiebörse Nasdaq verlor 2,4 Prozent auf 12.656 Punkte.

„Ich denke nicht, dass es überraschend ist, dass kurzfristig orientierte Investoren darauf aus sind, einige Gewinne mitzunehmen“, sagte Sam Stovall, Investmentstratege beim Vermögensverwalter CFRA. Die Frage sei, ob der Kursanstieg am Mittwoch nur eine technische Gegenbewegung gewesen sei und es nun an den Börsen so weitergehe wie vor der Zinssitzung.

Die Notenbank hatte die Zinsen im Kampf gegen die Inflation erwartungsgemäß um 50 Basispunkte angehoben. Fed-Chef Jerome Powell schloss jedoch eine Zinserhöhung um 75 Basispunkte in einer bevorstehenden Sitzung ausdrücklich aus und hatte den Anlegern damit die Angst vor einer aggressiven Straffung der Geldpolitik genommen.

Investoren mussten am Donnerstag zudem eine Flut von Firmenbilanzen verarbeiten. Ein enttäuschender Ausblick brockte Etsy den größten Kurssturz seit neun Monaten ein. Die Aktien des auf Kunsthandwerk spezialisierten Online-Marktplatzes rutschten um mehr als vierzehn Prozent ab.

Ein Quartalsergebnis über Markterwartungen und die Aussicht auf sprudelnde Gewinne bescherte dem Lithium-Produzenten Albemarle hingegen einen der größten Kurssprünge der Firmengeschichte. Die Aktien des globalen Branchenschwergewichts stiegen um mehr als elf Prozent.

Twitter zogen um 3,4 Prozent an. Tesla-Chef Elon Musk kommt bei der Finanzierung der insgesamt 44 Milliarden Dollar teuren geplanten Übernahme des Kurznachrichtendienstes voran. So hat er den Angaben zufolge von einer Gruppe von Investoren 7,14 Milliarden Dollar zugesichert bekommen. Aus Unterlagen der US-Wertpapieraufsicht geht hervor, dass Oracle-Mitbegründer Larry Ellison und Investor Ron Baron zu den Geldgebern gehören.

In den USA sind die Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe in der vergangenen Woche überraschend gestiegen. Die Zahl sei um 19 000 auf 200 000 geklettert, teilte das Arbeitsministerium am Donnerstag mit. Experten hatten im Schnitt mit 180 000 Anträgen gerechnet. Das Niveau der Hilfsanträge bleibt trotz des Anstiegs im längeren Vergleich niedrig. Die wöchentlichen Erstanträge gelten als kurzfristiger Indikator für die Entwicklung des Arbeitsmarkts.

Einzelwerte im Fokus

SeaWorld: Die Aktie des Freizeitparkbetreibers verlor 5,5 Prozent, obwohl das Unternehmen einen geringer als erwarteten Quartalsverlust meldete. Auch die Einnahmen übertrafen die Schätzungen übertrafen, da die Besucherzahlen über dem Niveau vor der Pandemie lagen.

Shopify: Der bereinigte Quartalsgewinn der Unternehmens lag mit 20 Cent pro Aktie deutlich unter der Konsensschätzung von 64 Cents. Die Shopify-Aktie stürzte um 15,6 Prozent ab. Die E-Commerce-Plattform gab auch einen vorsichtigen Ausblick.

Booking Holdings: Die Aktie legte 7,8 Prozent zu. Das Unternehmen meldete einen unerwartet hohen Quartalsgewinn und -umsatz. Grund war eine gestiegene Nachfrage nach Reisedienstleistungen. Die Muttergesellschaft von Priceline und anderen Diensten verdiente bereinigt 3,90 Dollar pro Aktie und lag damit deutlich über der Konsensschätzung von 90 Cents.

Ebay: Die Ebay-Aktie fiel um 7,4 Prozent aufgrund einer schwächer als erwarteten Umsatzprognose. Dabei übertraf das E-Commerce-Unternehmen sowohl die Gewinn- und als auch die Umsatzprognosen für das vergangene Quartal, Inflation und eine Rückkehr zu den Einkaufsgewohnheiten vor der Pandemie gehören zu den Faktoren, die die Prognosen von Ebay und anderen E-Commerce-Unternehmen belasten.

Sunrun: Die Aktie kletterte um 1,6 Prozent nach oben, Der Umsatz des Solarunternehmens lag weit über den Erwartungen lag, obwohl der Quartalsverlust größer ausfiel. Nach Unternehmensangaben hat es „sinnvolle“ Preiserhöhungen gegeben, um die höheren Kosten auszugleichen. Die Nachfrage nach Solaranlagen blieb stark.

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