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US-Verfassungsgericht Gericht hebt Sportwettenverbot in USA auf - Kasinoaktien legen zu

Das amerikanische Verfassungsgericht hat das Sportwettenverbot in den USA aufgehoben. Die Aktien von Spielkasinos und Wettbüros reagierten sofort.

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Das Urteil des obersten US-Gerichts ist vor allem für die großen amerikanischen Sportligen eine Niederlage. Quelle: AP

Washington Der Supreme Court als höchstes US-Gericht hat das Verbot von Sportwetten in den USA aufgehoben. Das teilte das Gericht am Montag in Washington mit. Damit können US-Bundesstaaten künftig eigene Gesetze zur Regelung von Sportwetten erlassen. Vor allem der Bundesstaat New Jersey hatte seit langer Zeit versucht, Sportwetten zu legalisieren.

„Die Legalisierung von Sportwetten ist eine wichtige politische Entscheidung, die aber nicht von uns zu treffen ist“, schrieb Verfassungsrichter Samuel Alito in der Urteilsbegründung. „Der Kongress kann Sportwetten direkt regulieren, aber wenn er davon absieht, steht es jedem Staat frei, für sich zu handeln. Unsere Aufgabe ist es, das vom Kongress verabschiedete Gesetz zu interpretieren und zu entscheiden, ob es verfassungskonform ist. PASPA ist es nicht.“

PASPA steht für „Professional and Amateur Sports Protection Act“, das Gesetz wurde 1992 verabschiedet. Dagegen hatte New Jersey geklagt, das Sportwetten in den Casinos von Atlantic City und bei seinen Pferderennen wieder zulassen will. Geschätzt wird, dass es nun in den nächsten fünf Jahren in 32 der 50 US-Staaten legale Sportwetten geben wird.

Die Aktien von Spielkasinos und Wettbüros haben nach dem Entscheid kräftig zugelegt. Die Aktien von Caesars Entertainment und Boyd Gaming stiegen um sieben und beinahe fünf Prozent auf 12,75 und 36,67 Dollar. MGM Resorts legten zeitweise 3,5 Prozent auf 32,90 Dollar zu. Die Aktien von Empire Resorts und Scientific Game kletterten um mehr als zehn Prozent.

Der Supreme Court in Washington hatte zuvor mit der Mehrheit von sechs zu drei Stimmen dem Bundesstaat New Jersey Recht gegeben, der solche Wetten 2014 in seinen Kasinos oder an Pferdrennbahnen erlaubt hatte. Damit wird seit 1992 geltendes Bundesrecht hinfällig, das in den meisten Bundesstaaten Sportwetten verbot.

Das Urteil ist vor allem eine Niederlage für die großen amerikanischen Sportligen. Die Sportwetten-Legalisierung in New Jersey, die der frühere republikanischen Gouverneur Chris Christie vorangetrieben hatte, war von der Football-Liga, von Major League Baseball und der National Basketball Association, der Hockey-Liga und den College Sportverbund infrage gestellt worden. Sie hatten ihren Widerstand mit möglichen Absprachen und Schiebereien begründet.

Derzeit sind Sportwetten in den USA flächendeckend nicht legal möglich. Lediglich im Spielerparadies Nevada werden solche Wetten angeboten, einige andere Staaten haben sein sehr limitiertes Angebot. Der Schwarzmarkt wird auf ein Volumen von mehreren Milliarden Dollar geschätzt.

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