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Verdächtige Börsengeschäfte Die unbegreifliche Ignoranz der US-Börsenaufsicht

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SEC kuscht vor dem US-Kongress

Wegen Verstoßes gegen die Insiderregeln kann er nicht zur Rechenschaft gezogen werden, das verhindert eine kleine Formsache: Die sind nur verletzt, wenn der Insider durch die Weitergabe dieser Information seine Pflichten gegenüber seinen Aktionären verletzt. Valeant aber hat mit der Weitergabe der Information an Ackman gegen keine Insiderregel verstoßen, denn Ackman und Valeant sind Partner. Beraten wurde Ackman vom ehemaligen SEC-Chefermittler Robert Khuzami, der im Vorjahr die Seiten wechselte. Als Partner der Rechtsanwaltskanzlei Kirkland und Ellis arbeitet er für fünf Millionen Dollar Jahreshonorar für die Leute, die er zuvor regulierte.

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Angst vor Konflikten

Dritter Fall: Wall-Street-Kritiker Michael Lewis nimmt in seinem neuen Buch „Flash Boys“ den Hochfrequenzhandel unter die Lupe. Sinn und Zweck der SEC ist, „die Anleger zu schützen und das faire, ordnungsgemäße und effiziente Funktionieren der Märkte sicherzustellen“. Es gibt reihenweise Untersuchungen, die belegen, wie sich Hochfrequenzhändler mit ihren blitzschnellen Computerprogrammen in Millisekunden Vorteile zulasten regulärer Anleger verschaffen. Sie investieren Millionen von Dollar in Hochleistungstechnologie, nur um diesen Millisekundenvorsprung nutzen und ungestraft stehlen zu können (siehe auch WirtschaftsWoche 23/2014). Die Regulierungsbehörden rühren auch hier keinen Finger.

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Sie haben offenbar die Verantwortung abgegeben. Finanziert werden sie vom US-Kongress, wo Lobbyisten der Finanzbranche zahlreicher denn je sind. Die SEC steht folglich unter beträchtlichem Druck. Ihr Job wäre es aber, sich an Gesetze zu halten, nicht an die Gesetzgeber. Die SEC agiert, als hätte sie zu viele Rechtsanwälte und zu wenige Analysten und Wirtschaftsprüfer.

Die leitenden Beamten wollen sich offenbar nicht mit den Lobbyisten und großen Anwaltskanzleien anlegen, weil sie nach Beendigung ihrer Tätigkeit bei der SEC von diesen zu enormen Gehältern eingestellt werden.

Wer die Amerikaner vor den Raubtieren der Wall Street schützen will, muss mit Zuckerbrot und Peitsche arbeiten: Höhere SEC-Gehälter und Regeln, die einen Seitenwechsel mitten in der Schlacht verhindern, wären ein Anfang.

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