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Verluste bei Aktien, Anleihen, Öl Ein Crash kommt selten allein

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Wie weit muss die EZB gehen?

Schwarzmaler sehen bereits ein Wiederaufflammen der Euro-Krise, da auch die Renditen von Anleihen aus Spanien und Italien wieder leicht anzogen. Besonders negativ werteten Börsianer die Reuters-Meldung, dass die Europäische Zentralbank (EZB) griechischen Banken den Zugang zu frischem Geld erleichtern will. Ein griechischer Zentralbanker erklärte dagegen, es handele sich dabei lediglich um eine Stützungsmaßnahme, nachdem sich in den vergangenen beiden Tagen Druck aufgebaut habe.

Neben Aktien- und Anleihemärkten fiel auch der Ölpreis auf den tiefsten Stand seit knapp vier Jahren, auch die Signale anderer Rohstoffmärkte sind kein Hoffnungsschimmer.

Vordergründig sind es die düsteren Konjunkturaussichten, welche die Märkte belasten. Die internationalen Krisen, vor allem in Russland und der arabischen Welt, hinterlassen ihre Spuren. Vor allem sorgen sie für Unsicherheit bei Anlegern und Verbrauchern. Darauf deutet auch das Konsumklima hin, welches sich im Laufe des dritten Quartals deutlich eingetrübt hat. Während die Verbraucher zuletzt aufgrund der mangelnden Anlagealternativen sehr kauffreudig waren, werden Konsumausgaben mittlerweile wieder vermehrt in die Zukunft verschoben.

Viel problematischer als die konjunkturellen Sorgen ist allerdings das mangelnde Vertrauen der Anleger, schließlich beruhen deren Handlungen hauptsächlich auf Erwartungen. Während in den letzten Monaten die Börsenkurse vom Vertrauen in die Notenbanken und deren billiges Geld getragen wurden, reicht das offenbar jetzt nicht mehr aus. Demnach glauben die Investoren nicht mehr daran, dass EZB und die amerikanische Notenbank Fed die Märkte ausreichend stützen können. Insbesondere wer ein Wiederaufflammen der Euro-Krise fürchtet, fragt sich, ob die EZB und ihr Präsident Mario Draghi ihr Pulver nicht bereits verschossen haben.

Befeuert werden die Sorgen von Aussagen des österreichischen EZB-Ratsmitglieds Ewald Nowotny. "Die Wirtschaft im Euroraum ist noch nicht in einer Deflation, zeigt aber deutliche Zeichen einer Abschwächung", sagte er in einem Donnerstag vorab veröffentlichten Interview mit dem österreichischen Magazin "Format". Obwohl die EZB den Leitzins schon auf ein Rekordtief von 0,05 Prozent gesenkt und negative Einlagezinsen eingeführt hat, lag die Inflation in der Währungsunion im September mit 0,3 Prozent so niedrig wie seit rund fünf Jahren nicht mehr.

"Die Glaubwürdigkeit der EZB steht auf dem Spiel", sagte Pimco-Portfoliomanager Andrew Bosomworth kürzlich gegenüber Bloomberg. Die Notenbank könne es sich nicht leisten, dass Inflation und Inflationserwartungen noch sehr viel länger unter dem Zielwert liegen. Letztere, die Inflationserwartungen, gelten bei zu niedrigen Werten als besonders gefährlich. Denn rechnen Verbraucher mit sinkenden Preisen, verlegen sie Kaufentscheidungen in die Zukunft, der Konsum kommt zum Erliegen. Aktuell liegt das inoffizielle Inflationsbarometer der EZB, welches die Erwartungen angibt, auf einem Rekordtief von nur noch 1,73 Prozent.

Börse



Ob das neue Kaufprogramm der EZB für verbriefte Kredite (ABS) und Pfandbriefe Abhilfe schafft, ist ebenfalls umstritten. Zumal das Volumen der Maßnahme noch nicht bekannt ist. "Ich will über Zahlen nicht spekulieren. In den Märkten gab es jedenfalls übertriebene Vorstellungen über das Ankaufsvolumen", erklärt Nowotny. Man sollte sich nicht von vornherein auf ein bestimmtes Volumen an ABS-Ankäufen festlegen, sagte er.

Hat sich das Vertrauen der Anleger in die Politik der EZB tatsächlich abgenutzt, könnte das dramatische Folgen haben - denn das einzige Instrument, welches der Notenbank dann noch bleibt, wären breit angelegte Anleihekäufe. Ein sogenanntes Quantitative Easing, wie es auch die Fed und die Bank of England praktizierten. Das würde die Finanzmärkte nur weiter aufblähen und womöglich noch gefährlicher machen.

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