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Vorstände sollen abberufen werden Knallt es Montag bei der Commerzbank?

Bei der teilverstaatlichten Commerzbank eskaliert offenbar der Streit über die Abberufung zweier Vorstände. Laut einem Bericht sollen Jochen Klösges und Ulrich Sieber am Montag formal abberufen werden.

Es knirscht gewaltig hinter den Kulissen der Commerzbank. Quelle: dpa

Aufsichtsratschef Klaus-Peter Müller wolle bei einer Sitzung des Kontrollgremiums am kommenden Montag die Vorstände Jochen Klösges und Ulrich Sieber formal abberufen, berichtete die "Süddeutschen Zeitung" (Freitagsausgabe) vorab. Noch sei aber unklar, ob er sich damit auch durchsetzen könne. Im Gremium gebe es heftigen Widerstand gegen die Art und Weise, wie die beiden Vorstände abserviert werden sollten. Die Commerzbank lehnte eine Stellungnahme zu dem Bericht ab.

Hintergrund der Streitigkeiten ist, dass die Commerzbank ihr Führungsgremium von neun auf sieben Vorstände verkleinern will. Besonders umstritten soll die Höhe der Abfindungszahlungen sein. So hatte die Nachrichtenagentur Reuters bereits im August aus Finanzkreisen erfahren, dass Sieber und Klösges die Bank verlassen sollten. Doch der Bundestagswahlkampf belastete zunächst die Verhandlungen der Commerzbank um die Abfindungen für ihre beiden Vorstandsmitglieder.

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Die Bundesregierung wolle vor der Wahl eine Debatte um Millionen-Zahlungen an Sieber und Klösges tunlichst vermeiden, hatten mehrere Personen aus dem Umfeld des Aufsichtsrats Reuters damals gesagt. Der staatliche Bankenrettungsfonds SoFFin ist mit 17 Prozent an der Commerzbank beteiligt. Nun soll aber offenbar bald eine Entscheidung fallen.

Zwar hätten einige Aufsichtsräte die Sorge, dass eine Abberufung juristisch nicht wasserdicht sein könnte, berichtete die Zeitung weiter. Bisher hätten sich Juristen öffentlich stets skeptisch geäußert, ob die Verkleinerung des Vorstands Grund für eine Abberufung sein könne, schließlich würden weder Klösges noch Sieber Fehler vorgeworfen. Doch nun habe Müller zwei Gutachten einholen lassen, die zum Ergebnis gekommen seien, dass die Abberufung möglich sei, berichtete das Blatt.

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