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Wall Street Anleger halten sich vor Entscheid der US-Notenbank zurück – Tupperparty ist an der Börse beendet

Gefragt waren auch Aktien, die auf Reddit-Seite WallStreetBets viel diskutiert werden, So stieg die Aktie Bed Bath & Beyond um rund 33 Prozent.

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Blick in den Handelssaal der New York Stock Exchange. Quelle: dpa

Während der geldpolitischen Beratungen der US-Notenbank halten sich Investoren mit Engagements an der Wall Street zurück. Die Leitindizes Dow Jones und S&P 500 bröckelten zur Eröffnung am Mittwoch um etwa 0,2 Prozent ab. Der technologielastige Nasdaq stieg dagegen um 0,1 Prozent und markierte mit 15.665,88 Punkten den fünften Tag in Folge ein Rekordhoch.

An den Börsen gelte als ausgemacht, dass Fed-Chef Jerome Powell eine Drosselung der Wertpapierkäufe offiziell ankündigen wird, sagte Neil Wilson, Chef-Analyst des Online-Brokers Markets.com. „Die Schlüsselfrage dreht sich um die Geschwindigkeit und den Start-Zeitpunkt des Taperings.“ Außerdem würden Investoren sämtliche Aussagen Powells zur Inflation auf die Goldwaage legen.

„Die Fed hat die Märkte sorgsam vorbereitet“, sagte Sam Stovall, Chef-Anlagestratege des Research-Hauses CFRA. „Ich wäre daher von extremen Kursbewegungen als Reaktion auf den Fed-Entscheid überrascht.“ Sollte die Notenbank die Bond-Käufe aber schneller zurückfahren als erwartet, könnte dies Nervosität schüren. Es wäre ein Signal, dass sich die Fed wegen der Inflation Sorgen macht. Experten rechnen allgemein damit, dass die Wertpapierkäufe von derzeit 120 Milliarden Dollar monatlich in Schritten von jeweils 15 Milliarden Dollar reduziert werden.

„Die Gewinnsaison war sehr stark und die Ergebnisse extrem robust“, sagte Hugh Gimber, Stratege bei JP Morgan Asset Management. „Trotz der Tatsache, dass es viele Bedenken über Preisdruck und Lieferengpässe gab, gibt es keine Anzeichen dafür, dass sich dies auf die Margen auswirkt“.

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    Zu den Favoriten am US-Aktienmarkt gehörte Lyft. Die Titel des Fahrdienst-Vermittlers stiegen dank eines überraschend großen Quartalsgewinns um 15 Prozent, so stark wie zuletzt vor einem Jahr. Das operative Ergebnis lag mit 67,3 Millionen Dollar mehr als doppelt so hoch wie von Analysten prognostiziert.

    Das Unternehmen profitiere von der Lockerung der Corona-Beschränkungen und sei profitabler als vor Ausbruch der Pandemie, lobten die Analysten der KeyBanc. Im Windschatten von Lyft gewannen die Papiere des Rivalen Uber 5,5 Prozent.

    Gefragt waren auch Aktien, die auf Reddit-Seite WallStreetBets viel diskutiert werden, Sie stieg die Aktie Bed Bath & Beyond um rund 33 Prozent. Das Unternehmen, das am Dienstag eine Partnerschaft mit der Lebensmittelkette Kroger ankündigte, gehörte zu den meistdiskutierten Unternehmen in dem Forum. Auch andere sogenannten Meme-Aktien waren gefragt. Gamestop-Aktien stiegen um rund 20 Prozent, die AMC-Titel um über zwölf Prozent.

    Ein überraschend starker Jobaufbau in der US-Privatwirtschaft verstärkt den Druck auf die „Antikrisen-Währung“ Gold . Sie verbilligt sich um 0,7 Prozent auf 1775 Dollar je Feinunze. Die starken Zahlen schürten Spekulationen auf Wirtschaftswachstum und sprudelnde Firmengewinne, sagt Naeem Aslam, Chef-Marktanalyst des Brokerhauses AvaTrade. Dies mache „sichere Häfen“ weniger attraktiv.

    Blick auf weitere Einzelwerte

    New York Times: Die Aktien des Zeitungsverlages gaben mehr als vier Prozent nach. Dabei hatte das Unternehmen mit einem bereinigten Quartalsgewinn von 23 Cent pro Aktie die Schätzungen um drei Cent übertroffen. Auch die Einnahmen übertrafen die Schätzungen dank steigender Werbe- und Digitalverkäufe.

    CVS Health: Der Drogeriemarktbetreiber und Manager von Apothekenleistungen übertraf mit einem bereinigten Quartalsgewinn von 1,97 Dollar pro Aktie die Schätzungen um 19 Cents. Auch der Umsatz übertraf die Prognosen der Wall Street. Die Ergebnisse wurden durch die gestiegene Nachfrage nach Covid-Tests und Impfungen begünstigt. Die Aktie stieg um 3,4 Prozent.

    Capri Holdings: Die Aktien des Unternehmens, das hinter den Marken Michael Kors und Versace steht, stiegen um zwölf Prozent, weil die Gewinn- und Umsatzschätzungen für das letzte Quartal übertroffen wurden. Capri hob zudem die Prognose für das Gesamtjahr an.

    Tupperware: Die Aktie brach um mehr als zwölf Prozent ein, da die Umsätze des Herstellers von Küchen- und Haushaltsartikeln deutlich unter den Prognosen der Wall Street lagen. Das Unternehmen verwies auf die anhaltenden negativen Auswirkungen der Pandemie.

    Camping World: Die Aktien des Einzelhändlers für Freizeitfahrzeuge stiegen um 6,7 Prozent. Das Unternehmen hatte einen Quartalsgewinn von 1,98 Dollar pro Aktie gemeldet. Die Konsensschätzung lag hingegen bei nur 55 Cent. Auch der Umsatz übertraf die Prognosen der Straße.

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