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Wall Street Anleger vor Fed-Sitzung vorsichtig – Zollstreit im Blick

Die Anleger warten am Mittwoch auf die geldpolitische Signale der US-Notenback Fed. An der Wall Street agieren sie entsprechend zurückhaltend.

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Corona: Mögliches Rettungspaket aus den USA beflügelt Börse Quelle: AP

In Erwartung neuer Hinweise auf die US-Geldpolitik halten sich Anleger mit Engagements an der Wall Street zurück. Der US-Leitindex notierte kurz nach Handelsstart annähernd auf dem Stand des Vortages bei 27.879 Punkten. der technologielastige Nasdaq legte 0,4 Prozent auf 8386 Punkte zu, der breiter gefasste S&P 500 gewann 0,3 Prozent und notierte bei 3,141 Punkten.

Die US-Aktienkurse sind im Börsenmonat nach drei aufeinander folgenden Monaten mit Kursgewinnen bisher nicht mehr gestiegen. Der Grund liegt offenbar an der Sorge um eine Verzögerung bei der Unterzeichnung eines Abkommens zwischen Washington und Peking.

Präsident Donald Trump hat nur noch bis zum Sonntag (15. Dezember) Tage Zeit, um zu entscheiden, ob er zusätzliche Abgaben in Höhe von 160 Milliarden Dollar auf chinesische Waren erheben soll.

Experten erwarten, dass die US-Notenbank die Zinssätze in ihrer letzten Grundsatzerklärung des am heutigen Dienstag Jahres konstant hält. Investoren warten auch auf den späteren Ausblick des Fed-Vorsitzenden Jerome Powell auf die Wirtschaft.

Die Fed hat ihren Leitzins in diesem Jahr drei Mal gesenkt auf die aktuelle Spanne von 1,5 bis 1,75 Prozent. Als Hauptgrund dafür galten die vom internationalen Zollstreit ausgelösten Unsicherheiten im Handel. Die Notenbank signalisierte aber, nun vorerst die Füße still halten zu wollen.

Die Inflation in den USA zieht unerwartet deutlich an. Die Verbraucherpreise legten im November um 2,1 Prozent zum Vorjahresmonat zu. Ökonomen hatten mit einer Teuerungsrate von 2,0 Prozent gerechnet, nachdem sie im Oktober noch bei 1,8 Prozent gelegen hatte. Besonders die Kosten im Gesundheitswesen und für gebrauchte Fahrzeuge sowie für Freizeit und Hotelunterkünfte zogen merklich an.

Die US-Notenbank Fed soll Vollbeschäftigung fördern und für stabile Preise sorgen. Ersteres hat sie praktisch erreicht, doch die Inflation bleibt relativ niedrig. Die Währungshüter achten hier besonders auf Preisveränderungen bei persönlichen Verbraucherausgaben, wobei Energie- und Nahrungsmittelkosten ausgeklammert werden. Hier lag die Steigerungsrate zuletzt bei 1,6 Prozent und damit unter dem Fed-Ziel von 2,0 Prozent.

Blick auf die Einzelwerte

Gekappte Gewinnziele brocken GameStop den größten Kurssturz seit einem halben Jahr ein. Die Aktien des Videospiele-Händlers fielen am Mittwoch um 14,3 Prozent.

Weil Kunden in Erwartung neuer Versionen der Sony PlayStation und der Microsoft Xbox Käufe hinauszögerten, rechnet das Unternehmen für 2019 nur noch mit einem Gewinn von 0,10 bis 0,20 Dollar je Aktie statt 1,15 bis 1,30 Dollar je Anteilschein. Im dritten Quartal brach der Umsatz um gut 23 Prozent ein - fast doppelt so stark wie erwartet. Außerdem schrieb GameStop überraschend einen Verlust. 

Die Aktien von Home Depot fielen um 1,4 Prozent. Die Baumarktkette hatte für das Geschäftsjahr 2020 ein Umsatzwachstum prognostiziert, das unter den Erwartungen der Wall Street lag. Vor einigen Wochen hatte das Unternehmen bereits seine Umsatzprognose für 2019 gesenkt.

Ein enttäuschender Ausblick auf das wichtige Weihnachtsgeschäft drückt die Aktien von American Eagle Outfitters auf ein Zwei-Jahres-Tief. Die Titel der US-Modefirma fallen an der Wall Street um 6,4 Prozent. Wegen einer schwächelnden Nachfrage rechnet das Unternehmen für das vierte Quartal nur mit einem Gewinne von 0,34 bis 0,36 Dollar je Aktie bei stagnierenden Umsätzen. Analysten hatten bislang mit einem Wachstum von 4,3 Prozent und einem Überschuss von 0,46 Dollar je Aktie gerechnet. 

Tesla-Papiere legen 2,3 Prozent zu. Der Elektroauto-Hersteller plant laut Insiderinformationen, die Preise für importierte Modell-3-Fahrzeuge in China im Januar zu erhöhen.

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