WiWo App Jetzt gratis testen
Anzeigen

Wall Street Ausblick Griechenland hält US-Börsen in Schach

Griechenland versetzt den internationalen Handel weiterhin in Unruhe und so ist nur eines sicher: Dass nichts sicher ist. Während Risikomanager keine Vorhersagen wagen, klammern sich US-Anleger inzwischen an Strohhalme.

Auch in der kommenden Woche bestimmt Europa nicht nur die US-Börse. Quelle: AFP

New YorkGriechenland und die europäische Schuldenkrise lassen die Wall Street einfach nicht los. Auch in der kommenden Woche bestimmt Europa nicht nur den Handel auf dem heimischen Kontinent sondern auch in den USA. Anlegern bleibt wohl nur, sich auf Chaos einzustellen und so gut wie möglich durch die turbulenten Zeiten zu manövrieren. Sicher ist nur, dass nichts sicher ist, lautet das Motto. Eine bestimmte Richtung vorauszusehen ist nicht mehr möglich. „Es geht die ganze Zeit nur um Europa, es sei denn man hört mal etwas anderes“, sagte Risikomanager Steve Sosnick von Timber Hill/Interactive Brokers Group.

Von der überstandenen Vertrauensabstimmung des griechischen Ministerpräsidenten Giorgos Papandreou sind nur wenige Impulse zu erwarten. Es ist dennoch unklar, von wem das Land künftig geleitet wird. Papandreou sei zu Gesprächen über eine neue Regierung und zum Abgang bereit, erklärte er.

Zudem hat Europa nicht nur die Griechenland-Krise zu bewältigen. Es muss vermieden werden, dass andere Länder wie Italien in den Strudel geraten. Analysten fällt eine Richtungsbestimmung für den Markt daher schwer. „Es gibt noch sehr viele Risiken. Wir wissen es einfach nicht“, sagte Thomas Roth von Mitsubishi UFJ Securities USA. Italien wird künftig seine Reformbemühungen zum Abbau der immensen Schuldenlast zusätzlich zur EU auch vom Internationalen Währungsfonds (IWF) kontrollieren lassen. Diese Zusagen von Ministerpräsident Silvio Berlusconi könnten angesichts der zunehmenden Revolte im eigenen Lager für sein politisches Überleben womöglich irrelevant werden.

In dem europäischen Chaos klammern sich US-Anleger inzwischen an Strohhalme. Obwohl der US-Arbeitsmarkt nicht recht in Schwung kommt, zogen sie aus dem Bericht am Freitag auch positives. Ein Lichtblick war die leicht auf 9,0 Prozent gesunkene Arbeitslosenquote. Das Tempo des Jobaufbaus ist bislang aber immer noch viel zu niedrig. „Ich beobachte derzeit, dass sich bei den Investoren die Ansicht zu festigen scheint, dass sich die US-Wirtschaft trotz der Schwierigkeiten in Europa ganz gut halten könnte“, sagte Natalie Trunow, Chef-Investmentstrategin bei Calvert Investment Management.

Auch von Unternehmensseite kam ein bißchen Unterstützung für den Markt. Bislang haben 433 der 500 im S&P-Index gelisteten Unternehmen ihre Quartalsberichte vorgelegt. 70 Prozent von ihnen haben besser abgeschnitten als von Marktexperten gerechnet. Die Hoffnung liegt jetzt darauf, das auch die restlichen - darunter einige große Einzelhändler wie das Kaufhaus Macy's am Mittwoch - dem Trend folgen. Vor allem erste Einschätzung des wichtigen Weihnachtsgeschäfts sind von Interesse.

© Handelsblatt GmbH – Alle Rechte vorbehalten. Nutzungsrechte erwerben?
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%