Wall Street Gute Arbeitsmarktdaten sorgen für Kursfeuerwerk

Ein positiver Arbeitsmarktbericht für November hat die Laune der US-Anleger wieder deutlich aufgehellt. Damit stieg auch die Zuversicht, dass die US-Wirtschaft eine Erhöhung des Leitzinses verkraften kann.

New Yorker Börse Quelle: AP

Ein erfreulicher Arbeitsmarktbericht für November hat an der Wall Street ein Kursfeuerwerk ausgelöst. Der US-Leitindex Dow Jones Industrial zog am Freitag um mehr als 2 Prozent an und verzeichnete den größten prozentualen Anstieg seit Anfang September. Seinen Kursrutsch vom Donnerstag machte das Börsenbarometer damit locker wieder wett. Auch die anderen wichtigen Indizes sprangen deutlich nach oben.

Am Ende schnellte der Dow um 2,12 Prozent auf 17 847,63 Punkte in die Höhe. Auf Wochensicht ergibt dies ein Plus von 0,28 Prozent. Der breit gefasste S&P 500 stieg am Freitag um 2,05 Prozent auf 2091,69 Punkte. Für den technologielastigen Index Nasdaq 100 ging es um 2,37 Prozent auf 4716,12 Punkte nach oben.

Der Arbeitsmarkt hatte im November weiter Fahrt aufgenommen. Außerhalb der Landwirtschaft waren erneut mehr Stellen geschaffen worden als Bankvolkswirte zuvor erwartet hatten. Der Beschäftigungsanstieg sei damit einmal mehr robust ausgefallen, schrieb Analyst Bastian Hepperle vom Bankhaus Lampe. Nach Einschätzung der Landesbank Helaba nähert sich der Arbeitsmarkt weiter dem Vollbeschäftigungszustand an.

Börsianern zufolge ist nach dem Arbeitsmarktbericht die Zuversicht unter den Anlegern gestiegen, dass die US-Wirtschaft eine Erhöhung des Leitzinses verkraften kann. Die am Markt eingepreiste Wahrscheinlichkeit einer Zinswende noch im laufenden Jahr ist nun um 2 Prozentpunkte auf 76 Prozent gestiegen.

Im Dow schlossen alle Werte im Plus. An der Indexspitze kletterten die Papiere des iPhone-Herstellers Apple um 3,32 Prozent auf 119,03 US-Dollar nach oben. Dahinter folgten die Papiere von JPMorgan und Microsoft mit Gewinnen von ebenfalls jeweils mehr als 3 Prozent.

Die Aktien der Ölkonzerne im Dow hingegen hinkten dem Markt hinterher. So legten ExxonMobil nur um 0,57 Prozent zu und Chevron rückten lediglich um 0,97 Prozent vor. Die Organisation Erdöl exportierender Länder (Opec) hatte bekanntgegeben, dass sie ihre Fördermenge vorerst nicht einschränken wird.

Nach Absatzzahlen für das China-Geschäft stiegen die Aktien des größten US-Autobauers General Motors (GM) um mehr als 2 Prozent. GM hatte im November 14 Prozent mehr Autos in China als im Vorjahreszeitraum verkauft.

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Die Aktien von Ambarella schwankten deutlich um ihren Vortagesschlusskurs. Am Ende lagen die Papiere des Minikameraherstellers 1,64 Prozent im Minus. Die Bilanz des dritten Quartals hatte zwar positiv überrascht. Laut Analyst Ross Seymore von der Deutschen Bank war aber „der Ausblick noch schlechter als erwartet“. Die Papiere des Ambarella-Kunden Gopro fielen um rund 5 Prozent. Mehrere Analysten hatten sich skeptisch zu den Aussichten der Aktien des Aktion-Kamerabauers geäußert.

Der Pharmakonzern Eli Lilly stellt derweil zwar die Entwicklung eines Insulinwirkstoffs ein und verbucht dafür Sonderkosten. Die Gewinnprognose aber hat trotzdem Bestand. Die Anleger zeigten sich sehr erleichtert und die Papiere gewannen mehr als 4 Prozent.

Der Euro gab nach seinem Kurssprung vom Vortag nur etwas nach und stand zuletzt bei 1,0874 US-Dollar. Am US-Rentenmarkt legten richtungweisende zehnjährige Staatsanleihen um 12/32 Punkte auf 99 26/32 Punkte zu und rentierten mit 2,271 Prozent. Börsianer wiesen darauf hin, dass der Lohnzuwachs im November moderat ausgefallen sei. Damit dürfte die Inflation unter Kontrolle sein, so dass die Notenbank bei weiteren Zinserhöhungen keine Eile an den Tag legen müsse. Insofern hätten die Anleger nach dem Kursrutsch am Donnerstag nun wieder zaghaft bei den Anleihen zugegriffen.

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