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Wall Street US-Anleger vor Fed-Entscheid vorsichtig

Ermutigende Testresultate für ein Coronavirus-Medikament ermuntern Anleger zum Einstieg bei Vir Biotechnology. Der Kurs steigt um elf Prozent.

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Die jüngste Erholung sei getragen worden von Berichten, wonach die Omikron-Variante des Coronavirus zwar ansteckender sei, aber zu weniger Krankenhaus-Aufenthalten und Todesfällen führe. Quelle: Reuters

In Erwartung der Fed-Entscheidung zur Geldpolitik fassen Investoren US-Aktien nur mit spitzen Fingern an. Die Leitindizes Dow Jones, Nasdaq und S&P 500 bröckelten zur Eröffnung am Mittwoch um ein knappes halbes Prozent ab.

„Es wird allgemein erwartet, dass die US-Notenbank ein erhöhtes Tempo bei der Drosselung ihrer Wertpapierkäufe ankündigen wird“, sagte Analyst Ricardo Evangelista vom Brokerhaus ActivTrades. Dies werde Spekulationen schüren, dass eine erste Zinserhöhung früher kommen werde als bislang gedacht.

Wichtig seien außerdem die Zinsprognosen der Fed-Führungsriege, warf David Riley, Chef-Anlagestratege des Vermögensverwalters BlueBay, ein. Investoren würden die sogenannten „Dot Plots“ auf eventuelle aggressivere Zinserhöhungen 2023 abklopfen. Experten erwarten für 2022 mindestens zwei Schritte um jeweils einen Viertel Prozentpunkt.

Bereits vor der Entscheidung gibt es eine ungesunde Entwicklung an den US-Börsen. Eine Handvoll hoch kapitalisierter und entsprechend hoch gewichteter Aktien halten die Indizes wie den S&P 500 nahe den Rekordhochs, während sich viele spekulative Aktien in einer Korrektur oder sogar in einem Bärenmarkt befinden, weil sie bereits mehr als 20 Prozent abgerutscht sind.

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    Laut Tobias Krieg von Lynx Broker ist der US-Markt inzwischen vollkommen von einer kleinen Reihe an Schwergewichten abhängig. „Die fünf größten Unternehmen im S&P 500 stehen für 26 Prozent der Marktkapitalisierung, die zehn größten für 34 Prozent“, hat er ausgerechnet. Sollten die wenigen Schwergewichte, die den Markt zusammenhalten, kippen, könnte es ungemütlich werden. Damit sind Aktien wie Apple, Microsoft, Amazon und der Google-Mutterkonzern Alphabet gemeint.

    Die spekulativeren Werte sind bereits deutlich abgerutscht. Netflix beispielsweise hat seit der Bestmarke von Mitte November rund 15 Prozent verloren. Der gehypte Chiphersteller Nvidia ist mit einem Minus von mehr als 20 Prozent kurzfristig in einen Bärenmarkt gefallen. Tesla bewegt sich 23 Prozent unter dem Rekordhoch von Anfang November.

    Zu den Favoriten an der Wall Street gehörte Eli Lilly mit einem Kursplus von 4,6 Prozent. Unter anderem dank eines staatlichen Auftrags zur Lieferung von Corona-Medikamenten hob die Pharmafirma ihr Gewinnziel für 2021 an. Für 2022 stellte das Unternehmen einen überraschend hohen Überschuss von 8,50 bis 8,65 Dollar je Aktie in Aussicht.

    Blick auf weitere Einzelwerte

    Vir Biotechnology: Ermutigende Testresultate für ein Coronavirus-Medikament ermuntern Anleger zum Einstieg. Die Aktien der Pharmafirma steigen an der Wall Street um fast elf Prozent. Die vorläufigen Daten deuteten darauf hin, dass das Medikament die Omikron-Variante neutralisieren könne und im Gegensatz zu Konkurrenz-Produkten im Kampf gegen diese Mutante nicht an Effektivität einbüße, sagt Analyst Phil Nadeau vom Vermögensverwalter Cowen.

    Domino's Pizza: Die Aktien gaben 0,7 Prozent nach. Die britische Bank Barclays hatte die Aktie von „gleichgewichtet“ auf „untergewichtet“ zurückgestuft. Solide Fundamentaldaten und ein stärkerer Gegenwind für Mittbewerbe hätten Domino's während der Pandemie zu einer überdurchschnittlichen Performance verholfen. Für die Analysten lässt aber dieser Gegenwind für die Konkurrenz aber nun nach.

    United Parcel Service: Die Schweizer Großbank UBS stufte die Aktie des Zustelldienstes als „Top Pick“ ein. UPS dürfte von den steigenden Verbraucherausgaben profitieren und besitze größere Chancen auf eine Margenausweitung als seine Konkurrenten. UPS-Aktien stiegen um 0,7 Prozent.

    Six Flags: Die Aktien des Freizeitparkbetreibers stiegen um 1,7 Prozent. Die US-Bank Goldman Sachs hatte die Aktie von „neutral“ auf „buy“ hochgestuft hatte und dabei die robusten Ticketpreise sowie die konservative Prognose von Six Flags hervorgehoben.

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