Wall Street US-Anleger vor Fed-Entscheid zuversichtlich – Uber-Aktie rutscht zehn Prozent ab, Llyft um 30 Prozent

Enttäuschende Quartalsergebnisse und gekippte Gesamtjahresziele brocken der Tupperware-Aktie einen der größten Kursverluste der Firmengeschichte ein.

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Anleger suchen ihr Heil in „sicheren Häfen“. Quelle: Reuters

Unmittelbar vor einer allgemein erwarteten Zinserhöhung der Notenbank Fed geben sich Anleger an der Wall Street zuversichtlich. Gestützt auf ermutigende Firmenbilanzen gewannen die Leitindizes Dow Jones, Nasdaq und S&P 500 zur Eröffnung am Mittwoch bis zu 0,4 Prozent.

Da eine Anhebung des Schlüsselsatzes um einen halben Prozentpunkt als sicher gelte, richte sich die Aufmerksamkeit der Investoren auf den geldpolitischen Ausblick, sagte Analyst Pierre Veyret vom Brokerhaus ActivTrades. „Die Äußerungen des Notenbank-Chefs Jerome Powell, wie aggressiv die Fed die Inflation zügeln will, wird die Marktstimmung mindestens der kommenden Wochen prägen.“

Zu den Favoriten am US-Aktienmarkt zählte AirBnB mit einem Kursplus von fast sieben Prozent. Der Zimmer-Vermittler hatte ein Quartalsergebnis über Markterwartungen und einen optimistischen Ausblick auf das Sommer-Geschäft vorgelegt. Die Zahlen deuteten darauf hin, dass das Unternehmen seine langfristigen Margenziele schneller erreichen werde als gedacht, kommentieren die Analysten von der Investmentbank Piper Sandler.

Enttäuschende Quartalsergebnisse und gekippte Gesamtjahresziele brockten Tupperware einen der größten Kursverluste der Firmengeschichte ein. Die Aktien des Anbieters von Frischhalte-Dosen fallen an der Wall Street um knapp 40 Prozent, so stark wie zuletzt beim Börsen-Crash vom März 2020. Der Umsatz sackte den Angaben zufolge um 16 Prozent ab, der Gewinn lag bei 0,12 Dollar je Aktie. Die Corona-Lockdowns in China und der Ukraine-Krieg hätten das Geschäft beeinträchtigt.

Der Stellenaufbau in den USA hat sich angesichts des weit verbreiteten Personalmangels im April überraschend deutlich verlangsamt. Unter dem Strich haben die privaten Firmen nur 247.000 Jobs geschaffen, wie der Personaldienstleister ADP am Mittwoch auf Basis seiner monatlichen Unternehmensumfrage mitteilte.

Dies ist der schwächste Stellenaufbau seit April 2020, als der US-Arbeitsmarkt nach Ausbruch der Corona-Krise einbrach. Von der Nachrichtenagentur Reuters befragte Experten hatten für April mit einem Jobaufbau von 395.000 gerechnet nach revidiert 479.000 im März.

Das Außenhandelsdefizit der USA ist im März auf ein Rekordniveau gestiegen. Das Defizit sei auf 109,8 Milliarden US-Dollar (aktuell 104,3 Mrd Euro) geklettert, teilte das Handelsministerium am Mittwoch in Washington mit. Das ist der höchste jemals ermittelte Wert. Im Vormonat hatte das Defizit bei leicht aufwärts revidierten 89,8 Milliarden Dollar gelegen.

Einzelwerte im Fokus

Uber: Die Aktien gaben mehr als zehn Prozent nach. Das Unternehmen hatte aber einen Quartalsverlust und einen Umsatz gemeldet, der die Schätzungen übertraf. Uber verzeichnete einen Anstieg des Fahrtenvolumens während des Quartals, während die Lebensmittellieferungen ebenfalls weiter zunahmen.

Moderna: Die Aktien stiegen um 0,5 Prozent, da die Quartalsergebnisse des Impfstoffherstellers deutlich über den Schätzungen lagen. Moderna verdiente 8,58 Dollar pro Aktie für das Quartal, verglichen mit einer Konsensschätzung von 5,21 Dollar.

Lyft: Die Papiere stürzten mehr als 30 Prozent ab. Der Fahrdienstleister will seine Ausgaben erhöhen, um mehr Fahrer anzuwerben. Deswegen blieb die Gewinnprognose hinter den Erwartungen zurück.

Advanced Micro Devices: Die AMD-Aktien stiegen um 3,9 Prozent, nachdem der Chiphersteller für sein letztes Quartal einen Gewinn und ein positives Ergebnis gemeldet hatte. AMD verdiente bereinigt 1,13 Dollar pro Aktie, verglichen mit einer Konsensschätzung von 91 Cents. Das Unternehmen gab außerdem einen Ausblick, der höher als erwartet ausfiel, da die Nachfrage nach seinen Chips in Rechenzentren gestiegen ist.

Livent: Die Aktien des Lithiumherstellers stiegen um 20 Prozent. Das Unternehmen hob seine Umsatzprognose für 2022. Livent profitiert von der starken Nachfrage nach Lithium, das in Batterien für Elektrofahrzeuge verwendet wird.

Akamai Technologies: Die Aktien des Cybersicherheitsunternehmens stürzten 11,5 Prozent ab. Akamai hatte die Gewinnschätzungen für sein jüngstes Quartal verfehlt, obwohl der Umsatz im Rahmen lag. Vorstandschef Tom Leighton wies darauf hin, dass das Unternehmen mit einem schwierigen globalen Umfeld und einem starken Dollar zu kämpfen hatte.

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