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Was Anleger tun sollten Wer vorsichtig ist, sichert gute Aktien ab!

Der Dax wankt. Anleger sollten das Depot absichern und sich bei guten Aktien auf die Lauer legen, um Kaufgelegenheiten nicht zu verpassen.

Die Gewinner und Verlierer am Aktienmarkt
GewinnerBorussia Dortmund: 22 Prozent Der einzige börsennotierte Fußballklub Deutschlands ist nicht nur sportlich erfolgreich, sondern auch wirtschaftlich. Im Juni ist die Aktie in den SDax aufgerückt, nicht zuletzt, weil sich der Börsenwert in den vergangenen zwei Jahren verdoppelt hat. Quelle: dpa
RWE: 23 ProzentDie Aktie des deutschen Energieversorgers ist wieder im kommen, von dem starken Abwärtstrend um 60 Prozent zwischen Anfang 2010 und September 2013 ist fast nichts mehr zu spüren. Warum? Das Investment ist durch eine günstige Bewertung und eine gute Dividendenrendite wieder attraktiv. Allerdings ist es unklar, ob das auf Dauer so bleiben wird. Quelle: dpa
Fielmann: 25 ProzentDas Unternehmen ist der Marktführer im Bereich "Augenoptik": 578 Niederlassungen gab es 2012 in Deutschland und einen Absatzmarktanteil von 51 Prozent. Auch in Zukunft sieht es nicht schlecht für den Brillenhersteller aus - es werden nämlich immer mehr Brillen und Kontaktlinsen gebraucht. Das Geschäftsmodell ist sicher, die Dividendenrendite stark - alles gute Zeichen für Fielmann. Lediglich die Online-Versandhändler könnte die gute Bilanz vermiesen. Quelle: dpa
Xing: 27 Prozent Das Unternehmen ist seit 2006 an der Börse und seit September 2011 im TecDax notiert - es gibt nicht viele soziale Medien, die am deutschen Aktienmarkt gehandelt werden. Das Netzwerk für berufliche Kontakte hat eine relativ gute Bewertung. Quelle: dpa
Hornbach: 28 ProzentEs wird vermutet, dass die Baumarktkette ihren Geschäftsblick für das laufende Jahr noch anheben wird. Denn das Unternehmen ist gut unterwegs: Alleine im ersten Quartal 2014 konnte der Umsatz um 16 Prozent auf eine Milliarde Euro gesteigert werden. Quelle: dpa
Sixt: 32 ProzentMieten ist attraktiver als kaufen - davon profitiert das Unternehmen. Außerdem gibt es zwei weitere Punkte, warum Sixt so erfolgreich ist: Das internationale Geschäft wird wichtiger und der Limousinenservice "my Driver" soll das Wachstum antreiben. Quelle: dpa
Kuka: 33 ProzentIndustrietaugliche Roboter bescheren dem Unternehmen einen Vorsprung gegenüber den Wettbewerber. Die hohe Bewertung wird auch durch Gerüchte um den Einstieg eines anderen Unternehmens angeheizt. Quelle: dpa

Der Juli war schön, aber nicht an der Börse. Rund fünf Prozent hat der Dax abgegeben. Die Ursachen sind schnell genannt: Ukraine-Krise, insbesondere die Sanktionen gegen Russland, Krieg im Nahen Osten, die Staatspleite Argentiniens. Zu den politischen Katastrophen kommt die Börsen-Routine: Unternehmenszahlen enttäuschen (Lufthansa), Prognosen werden gekappt, auch wegen Russland (Adidas), und selbst wenn die Zahlen gut sind, nehmen Anleger vorsichtshalber Gewinne mit (Infineon). Und dass die US-Notenbank Fed doch schon vor Mitte 2015 die Zinsen anheben könnte, ist angesichts einer zunehmend stärkeren US-Wirtschaft auch noch nicht vom Tisch.

Dax fällt in tiefes Sommerloch

Der Chef der Fed von Texas, dessen Wirtschaft boomt, hat das zuletzt ziemlich unmissverständlich eingefordert, ebenso der Notenbankchef von Philadelphia. Mit dem Crash der portugiesischen Banco Espírito Santo schließlich melden sich Euro-Krisenängste zurück. Das alles schlägt jetzt beim Dax so heftig ins Kontor, weil die Börsenumsätze in den Ferienmonaten eher gering sind. Die Volatilität, also die Schwankungsbreite der Kurse, lange Zeit auf sehr niedrigem und damit Sorglosigkeit signalisierendem Niveau, hat kräftig zugenommen. Er habe die für das ganze Jahr erhofften Gewinne schon bis Mai eingefahren, es spreche also rein gar nichts dagegen, jetzt abzusichern und Aktien zu verkaufen, sagte mir vor einigen Wochen ein Vermögensverwalter, der schon im vergangenen Jahr mit seinem Timing ganz gut gelegen hatte. Die Börsenregel, die besagt, dass Anleger sich im Mai bis auf Weiteres von der Börse verabschieden sollten, hat ihm geholfen.

Aber wohin dann mit dem Geld? Das Börsen-Mantra: „Zu Aktien gibt es bei diesen Niedrigzinsen keine Alternative“, zuletzt ähnlich strapaziert wie die „sell in may“-Regel, ist ja nicht falsch.

Vorsichtige Charaktere können gute Aktien behalten und das Depot mit Derivaten absichern, die von fallenden Kursen profitieren. Psychologisch ist es ungemein beruhigend, wenn das Depot rot, das Shortzertifikat aber grün ist und so einen Teil der Verluste des Depots ausgleicht. Die in der vergangenen Ausgabe empfohlenen Absicherungspapiere lagen binnen einer Woche 18 bis 40 Prozent vorne. Auf lange Sicht brauchen Anleger Aktien. Sobald die Kurse steigen, können Verluste mit Derivaten als Versicherungsprämie abgeschrieben werden. Bedenken, dass solche Derivate aus der Giftküche der Banken gefährlich seien, sind zwar richtig, letztlich hängen Derivate von der Zahlungsfähigkeit der Bank ab. Doch so schlimm, dass die Deutsche Bank pleitegeht, ist die Krise nun wahrhaftig nicht.

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Wer verkauft und Geld frei hat, kann sich freuen: Kursverluste bieten die Chance, günstig zum Zuge zu kommen – etwa bei den „Aktien für Generationen“. Auch bei US-Schwergewichten mit großer Marktmacht, etwa bei Amazon oder Google, würde ich mich auf die Lauer legen.

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