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Wegen Euro-Krise Aktie der US-Investmentbank Jefferies bricht ein

Nach der Pleite von MF Global liegen bei den US-Anlegern die Nerven blank. Gerüchte, die US-Bank Jefferies halte im großen Stil Anleihen europäischer Schuldenstaaten, versetzt die Anleger in Panik. Die Aktie stürzt ab.

Nervöse Händler: Aus Angst vor der Euro-Krise spielen die Kurse verrückt. Quelle: dpa

New YorkDie unsichere Situation in Europa sorgt auch an der Wall Street zunehmend für Turbulenzen: Die US-Investmentbank Jefferies geriet am Donnerstag unter Verdacht, sie habe massiv in Anleihen europäischer Krisenstaaten investiert - und nun drohten ihr hohe Verluste. Der Aktienkurs brach um mehr als 20 Prozent ein, bis der Börsenhandel kurzzeitig ausgesetzt wurde und Jefferies den Spekulationen widersprach.

Erst dann erholte sich das Papier, lag am späten Vormittag aber immer noch annähernd 10 Prozent im Minus. Erst am Montag war der US-Wertpapierhändler MF Global zusammengebrochen, weil er einen riesigen Berg europäischer Staatsanleihen angehäuft hatte im Volumen von insgesamt 6,3 Milliarden Dollar (4,5 Mrd Euro). Ratingagenturen warnten, das sei angesichts der Größe der Firma viel zu viel. Jefferies erklärte nun, ab und zu ebenfalls europäische Staatsanleihen zu halten, diese aber gleich weiterzuverkaufen. „Momentan gibt es kein bedeutsames Engagement in Schuldtiteln von Portugal, Italien, Irland, Griechenland und Spanien.“

Die Pleite von MF Global hatte viele Börsianer an den katastrophalen Bankrott der einst viertgrößten Investmentbank Lehman Brothers vor drei Jahren erinnert. Das war der Höhepunkt der Finanzkrise. Allerdings sind die Auswirkungen nicht vergleichbar, schon weil MF Global um ein Vielfaches kleiner ist als Lehman. US-Notenbankchef Ben Bernanke versuchte am Mittwoch, die Sorgen vor weiteren Zusammenbrüchen zu zerstreuen: „War das ein isolierter Fall? Es scheint ein spezifischer Fall zu sein.“

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