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Wirtschaft im Weitwinkel

Herausforderungen von allen Seiten

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Spezielle Probleme bei italienischen Banken

Zu diesen generellen Faktoren kommen bei italienischen Banken noch spezielle Probleme hinzu. Italienische Bankanleihen gerieten zu Jahresbeginn besonders unter Druck. Die EU-Kommission und die italienische Regierung einigten sich nach monatelangen Verhandlungen auf ein „Bad-Bank-Modell“. Die italienischen Banken dürfen einen Teil ihrer notleidenden Kredite an jeweils eigene, noch zu gründende „Bad Banks“ auslagern. Dort sollen dann die Problemkredite verbrieft und die Verbriefungen anschließend verkauft werden. Hierfür wird es teilweise eine Staatsgarantie geben.

Ob die nun vorgestellte Lösung aber wirklich einen „Befreiungsschlag“ für die krisengeschüttelten Institute darstellt, muss sich erst noch zeigen. Noch ist unklar, was die Banken die Auslagerung und Verbriefung dieser notleidenden Kredite kosten wird. Es ist sehr wahrscheinlich, dass die Verbriefungen am Markt nur zu - aus Bankensicht - unattraktiven Preisen platziert werden können. Dann drohen erneute Verluste.

Ein mieses Jahr für Bankaktien

Die europäischen Banken haben in der Vergangenheit viele Fehler gemacht und eine stärkere Regulierung war hier der richtige Weg. Durch diese Vorschriften haben sich die Kapitalquoten der Banken in den vergangenen Jahren bereits signifikant erhöht und die Qualität des Kapitals hat sich ebenfalls merklich verbessert. All diese neuen regulatorischen Anforderungen mussten in kurzer Zeit implementiert werden. Und der regulatorische Druck hält weiter an.

Also müssen die Banken zurzeit sehr viele Herausforderungen parallel meistern: die wachsenden regulatorischen Anforderungen, den steigenden Druck durch neue Wettbewerber und das Niedrigzinsumfeld. Dies sollte man nicht vergessen, wenn man eine nochmals stärkere Regulierung fordert.

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Wenn der Bankensektor überfordert wird, könnte dies zu einer dauerhaften Schwächung der Branche führen. Die Folgen wären eine zu geringe Kreditvergabe, mehr Markteintritte durch ausländische Banken und eventuell sogar weitere staatliche Eingriffe.

Man muss nicht direkt eine Regulierungspause fordern. Jedoch sollte die Leistungsfähigkeit und Belastungsgrenzen des Sektors im Auge behalten werden. Denn eines ist sicher, Europa braucht einen leistungsfähigen und konkurrenzfähigen Bankensektor, für eine starke wirtschaftliche Basis, für Arbeitsplätze und Wachstum.

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