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Wissenschaftsverlag Springer Nature will mit Börsengang 1,6 Milliarden Euro einsammeln

Der Wissenschaftsverlag könnte am 9. Mai den bislang zweitgrößten Börsengang in Frankfurt in diesem Jahr hinlegen. Mit dem Erlös sollen Schulden abgebaut werden.

Der Wissenschaftsverlag kam 2017 mit rund 13.000 Mitarbeitern auf einen Umsatz von 1,64 Milliarden Euro. Quelle: AP

FrankfurtDer Wissenschaftsverlag Springer Nature steuert auf den zweitgrößten Börsengang in diesem Jahr in Deutschland zu. Die Emission soll bis zu 1,6 Milliarden Euro schwer werden, wie das von der Verlagsgruppe Holtzbrinck und dem Finanzinvestor BC Partners kontrollierte Unternehmen am Mittwoch mitteilte. Zuvor wurden 1,2 Milliarden Euro als Ziel genannt.

Von dem Erlös sollen 1,2 Milliarden Euro an Springer Nature gehen, die der Verlag zum Schuldenabbau nutzen will. Der restliche Erlös geht an BC Partners.

Springer Nature bringt jährlich rund 13.000 Buchtitel auf den Markt und verlegt fast 3000 Fachzeitschriften wie das Wissenschaftsmagazin „Nature“ - die meisten davon online. Mit dem Berliner Verlagskonzern Axel Springer hat Springer Nature nichts zu tun.

Der Wissenschaftsverlag kam 2017 mit rund 13.000 Mitarbeitern auf einen Umsatz von 1,64 Milliarden Euro und einen Betriebsgewinn (bereinigtes Ebitda) von 551 Millionen Euro. Springer Nature will nach dem Börsengang an der Frankfurter Börse schnell in den Nebenwerteindex MDax aufsteigen.

Läuft alles nach Plan, verdrängt Springer Nature die Deutsche-Bank-Tochter DWS, deren Börsengang rund 1,3 Milliarden Euro einbrachte, vom zweiten Platz. Größer war in diesem Jahr in Deutschland nur die Emission der Siemens-Medizintechniktochter Siemens Healthineers mit einem Erlös von 4,2 Milliarden Euro.

Investoren können die Springer-Nature-Aktien ab Donnerstag bis zum 8. Mai zu einem Preis von 10,50 bis 14,50 Euro zeichnen, der erste Handelstag in Frankfurt ist für den 9. Mai geplant.

Springer Nature war erst 2015 aus der Fusion von Springer Science mit der Holtzbrinck-Tochter Macmillan Science & Education entstanden. Verleger Stefan von Holtzbrinck hält seither 53 Prozent der Anteile, BC Partners den Rest.

Holtzbrinck will im Gegensatz zu BC Partners keine Aktien auf den Markt werfen. Vielmehr will er Papiere für 100 Millionen Euro kaufen, dennoch wird sein Anteil im Zuge des Börsengangs unter die Schwelle von 50 Prozent sinken – wie stark, hängt vom Platzierungspreis ab. Da Springer Nature in eine Kommanditgesellschaft auf Aktien (AG & Co. KGaA) umgewandelt wurde, sichert sich Holtzbrinck jedoch dauerhaft Einfluss.

Die Zahl der ausgegebenen Aktien wird so gewählt, dass Springer Nature der avisierte Erlös von 1,2 Milliarden Euro sicher ist. Je nach Platzierungspreis, werden damit zwischen 81,8 und 113 Millionen Aktien aus einer Kapitalerhöhung ausgegeben.

Bei starker Nachfrage kann BC Partners darüber hinaus fast 19 Millionen Aktien aus seinem Besitz veräußern (Upsize-Option) sowie 13,2 Millionen Papiere für die Platzierungsreserve (Greenshoe) unterbringen. Begleitet wird der Börsengang federführend von JP Morgan und Morgan Stanley.

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