Zhou Hongyi Wie ein Tech-Mogul schlagartig der zwölftreichste Mann Chinas wurde

Ein Mann nimmt sein Unternehmen von der New Yorker Börse, listet es in China – und ist 13,6 Milliarden Dollar reicher. Nachahmer könnten bereitstehen.

Plötzlich zwölftreichster Mann Chinas. Quelle: imago/VCG

DüsseldorfWarum mit knapp zwei Milliarden Dollar zufrieden sein, wenn man sein Vermögen vervielfachen kann – indem man sein Unternehmen zu einer anderen Börse umziehen lässt?

Genau das hat Zhou Hongyi getan: Er hat seine Sicherheitssoftware-Unternehmen nach China verfrachtet und mit einer Briefkastenfirma zusammengeführt. Deren Kurs ist seit der Ankündigung der Pläne im November um 550 Prozent gestiegen.

Qihoo 360 Technology Co. wurde im Juli 2016 von der New Yorker Börse genommen und begann am Mittwoch seinen Börsenhandel in Schanghai als 360 Security Technology Inc.

Der Schachzug ließ Zhous Vermögen auf 13,6 Milliarden Dollar ansteigen und hat ihn nach Bloomberg-Angaben zur zwölftreichsten Person Chinas gemacht.

Der 47-Jährige sagte im November, dass die Ausrichtung an chinesischen Staatsinteressen einer der Gründe war, sein Unternehmen wieder in seinem Heimatland notieren zu lassen. Die Kommunistische Partei in China verstärkt derzeit die staatliche „Cybersecurity-Souveränität“.

Der erste Tag an der heimischen Börse verlief holprig. Die Aktie schwankte am Mittwoch zwischen Gewinnen und Verlusten: Zum Auftakt legte sie 3,8 Prozent zu, bis zum Handelsschluss in Schanghai verlor sie allerdings wieder 10 Prozent. Der Shanghai Composite Index verlor 1 Prozent.

Chinas höhere Bewertung von Tech-Firmen könnte ein ausschlaggebender Punkt gewesen sein, sagte Sun Mengqi, Analystin bei BOCOM International Holdings Co. „Es könnte einen substanziellen Bewertungsunterschied zwischen den Vereinigten Staaten und China geben.“

Zhou hält 23 Prozent an 360 Security, sowohl direkt als auch durch zwei Holdings. Pressesprecherin Yue Jing wollte zu Zhous Vermögen keine Angaben machen. Die Firma gab für 2016 Einnahmen von 9,9 Milliarden Yuan (1,6 Milliarden Dollar) bekannt, im Vorjahr waren es 9,4 Milliarden Dollar. Die meisten Umsätze macht 360 Security mit Online-Werbung, die vor allem Nutzer des Antivirenprogramms zu sehen bekommen.

Zhou ist nicht der erste Tech-Mogul, der durch die Hintertür nach China zurückkehrt. Das Unternehmen des Milliardärs Jason Jiang, Focus Media, war 2013 3,7 Milliarden Dollar wert und notiert seit 2015 an der Börse in Szenzhen. Der Marktwert ist seitdem auf 29 Milliarden Dollar angestiegen.

Zhou gründete 1998 ein Suchmaschinen-Start-up, das er 2004 an Yahoo verkaufte. Er wurde anschließend China-Chef von Yahoo. Den Konzern verließ er 2006, als Zhou sein Unternehmen Qihoo 360 gründete.

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