Zinswende befürchtet Euro schwächelt durch starke US-Jobzahlen

Überraschend starke Arbeitsmarktzahlen in den USA haben den Dollarkurs beflügelt. Der Euro verlor dadurch rund eineinhalb US-Cent.

Euro-Münze vor US-Dollar-Note Quelle: dpa

In den USA erhöht eine überraschend starke Arbeitsmarkt-Entwicklung die Wahrscheinlichkeit einer frühen Zinswende. Die Zahl der neuen Stellen stieg im Mai um 280.000, wie das Arbeitsministerium am Freitag in Washington mitteilte. Das ist der größte monatliche Zuwachs seit Dezember. Im April waren es nur 221.000. Von Reuters befragte Ökonomen hatten auch für Mai lediglich 225.000 neue Stellen auf dem Zettel. Die separat ermittelte Arbeitslosenquote stieg allerdings leicht auf 5,5 Prozent.

Die weltgrößte Volkswirtschaft war zu Jahresbeginn geschrumpft. Dies hatte Sorgen geweckt, der Aufschwung könnte ins Stocken geraten. Zugleich mehrten sich die Stimmen in der US-Notenbank (Fed), die vor einer verfrühten Erhöhung der Zinsen warnten. Die ermutigenden Arbeitsmarktdaten dürften nun Wasser auf die Mühlen der Befürworter einer raschen Abkehr von der ultralockeren Zinspolitik sein.

In Arbeit
Bitte entschuldigen Sie. Hier steht ein Element, an dem derzeit noch gearbeitet wird. Wir kümmern uns darum, alle Elemente der WirtschaftsWoche zeitnah für Sie einzubauen.

Diese Perspektive verlieh dem Dollar Rückenwind: Der Euro verlor in der Spitze rund eineinhalb US-Cent auf 1,1077 Dollar. Der Bund-Future rutschte um 105 Ticks auf 150,49 Zähler ab. Die Zahlen vom Arbeitsmarkt schürten Spekulationen auf eine baldige Zinswende, sagte ein Börsianer. Die meisten Experten tippen bislang auf eine Erhöhung der Leitzinsen im September oder gegen Jahresende. Die Notenbank hält den Schlüsselzins seit Ende 2008 auf dem historisch niedrigen Niveau von null bis 0,25 Prozent.

Zuletzt hatte es eine Reihe von enttäuschenden Meldungen aus der Wirtschaft gegeben - etwa zur Auftragslage der Industrie und zum Konsum. Daher gilt eine Zinserhöhung der Fed im Juni als eher unwahrscheinlich. Rob Carnell von der Bank ING hält es dennoch für möglich, dass die Währungshüter noch im Sommer handeln: "Im Juli oder September könnte es so weit sein."

© Handelsblatt GmbH – Alle Rechte vorbehalten. Nutzungsrechte erwerben?
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%