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Zschabers Börsenblick
Quelle: dpa

Asiens Tigerstaaten bleiben dynamisch

Das Gros der asiatischen Volkswirtschaften glänzt durch Wachstum, Technologie und robuste Fundamentaldaten. Nicht von ungefähr bietet diese Region daher auch für Anleger Chancen.

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Asien ist eine hervorragende Anlage-Region. Wie die Deutsche Gesellschaft für Außenwirtschaft und Standortmarketing (GTAI) schätzt, soll der Anteil der Region Asien-Pazifik am weltweiten Wachstum bis 2023 rund 38 Prozent betragen. Ein nicht zu vernachlässigender Anteil dieses Wachstums fällt auf asiatische Schwellenländer zurück. Schon vor vielen Jahren begann Asien, wichtige Weichen zu stellen – und sich damit einhergehend immer solider aufzustellen.

Nach der Asienkrise und den Rückschlägen durch die SARS-Pandemie reagierten die aufstrebenden Länder Asiens, indem sie unter anderem die Schulden reduzierten und die Inflation unter Kontrolle brachten. Bereits nach der Finanzkrise zeigte sich, dass die asiatischen Tiger erwachsen geworden waren. Die Corona-Pandemie stellt dies nun erneut unter Beweis: Zwar mussten auch die Kapitalmärkte in Asien Federn lassen, doch haben Aktien aus dieser Region viele andere Märkte hinter sich gelassen. Allerdings gibt es auch in Asien bessere und schlechtere Investment-Ziele.

Südamerika: Pleiten, Pech und Pannen

Es sind vor allem Volkswirtschaften wie Südkorea, Taiwan oder auch Hongkong und Vietnam, die schon in den kommenden Monaten wirtschaftlich wieder durchstarten werden. Hauptgrund dafür ist deren ökonomische Verschränkung mit China. Das Reich der Mitte hat sich auch durch das Coronavirus nicht von seinem Kurs abbringen lassen und fährt aktuell bereits wieder die Produktion hoch. Volkswirtschaften, welche die erste Welle der Pandemie erfolgreich eindämmen konnten und über ein gutes Gesundheitssystem verfügen, können davon direkt profitieren. Zwar gilt Vietnam für viele Touristen nicht gerade als Hort der Hygiene, doch gelang es dem Land, die Pandemie dank einer konsequenten Eindämmungs-Strategie klein zu halten. Selbst im ersten Quartal 2020 schaffte das Land der knatternden Mopeds so ein Wachstum von immerhin 3,8 Prozent.

Nicht ganz so aussichtsreich ist die Situation bei asiatischen Schwellenländern, die stark vom Binnenkonsum oder dem Tourismus abhängen. Dies gilt beispielsweise für Thailand oder auch die Philippinen. Aber auch Länder wie Indonesien, die als Exportnation für Rohstoffe bekannt sind, dürften im aktuellen Marktumfeld länger brauchen, um der Krise trotzen zu können.

Dennoch sind auch diese Volkswirtschaften aktuell weitaus vielversprechender als die Schwellenländer Lateinamerikas. Während Argentinien erneut vor einer Staatspleite steht und damit viele Investoren nachhaltig verschrecken dürfte, leidet Brasilien derzeit besonders stark unter der Pandemie. Hinzu kommt die inzwischen auch für Investoren eher abschreckende Wirkung des brasilianischen Präsidenten und Trump-Sympathisanten Jair Bolsonaro und die ebenfalls starke Abhängigkeit der brasilianischen Wirtschaft vom Rohstoffmarkt.

Technologie-Titel bieten Sicherheit

Schwellenländer-Anleger sollten daher eher einen Bogen um Südamerika machen und stattdessen ihren Blick in erster Linie gen Asien richten. Als Anlagevehikel bietet sich dazu etwa ein ETF auf MSCI EM Asia an. Der ETF deckt zu mehr als einem Fünftel Technologie-Werte ab, hinzu kommen Finanztitel, zyklische Konsumgüter, Basiskonsum und Telekommunikationsunternehmen. Selbst der Gesundheitssektor ist mit immerhin vier Prozent im Index repräsentiert. Dieser bunte Branchenmix mit einem Schwerpunkt auf Technologie hielt sich 2020 mit einem Verlust von weniger als zehn Prozent vergleichsweise wacker.

Auch im Falle einer „zweiten Welle“ dürften Anleger angesichts der Zusammensetzung des Index relativ gut abgesichert sein. Zwar sind die Schwellenländer Asiens für Großinvestoren noch immer die erste Adresse, um im Falle von Marktverwerfungen Kapital abzuziehen, doch gelten vor allen Technologie-Aktien als fundamental gut unterstützt. Die Pandemie begünstigt die Digitalisierung sogar – und Unternehmen aus Asien haben nicht ohne Grund inzwischen auch weltweit ein gehöriges Wort mitzureden, wenn es um die Lösungen von morgen geht.

Asien profitiert vom Zugpferd China

Dank ihrer soliden aufgestellten Volkswirtschaften, ihrer bereits unter Beweis gestellten Handlungsfähigkeit rund um die Pandemie und der Nähe zum wirtschaftlichen Zugpferd China überzeugen die Schwellenländer Asiens mit attraktiven Renditechancen. Zwar gibt es auch in dieser Region Länder, die besser durch die Krise kommen werden als andere, doch sollten sich diese Unterschiede auf lange Sicht nivellieren.

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