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Zschabers Börsenblick
Quelle: imago images

Bei Industriemetallen bahnt sich ein Superzyklus an

Wenn es um Metalle an der Börse geht, stehen oftmals Gold und Silber im Mittelpunkt. Aktuell glänzen aber Nickel, Kupfer & Co – und das aus gutem Grund.

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Dass die Coronakrise in den vergangenen anderthalb Jahren die weltweite Wirtschaft in höchste Not und manch ein Unternehmen an den Rand seiner Existenz oder darüber hinaus gebracht hat, ist gemeinhin bekannt. Doch auch nachdem das Coronavirus nun zumindest ansatzweise durch umfangreiche Impfkampagnen in seine Schranken verwiesen scheint und damit offenbar der größte Schaden vorerst hinter uns liegt – das sage ich mit aller gebotenen Vorsicht und Demut -, hat die globale Ökonomie mitten in dieser neuen Aufbruchstimmung jetzt unter einem Phänomen zu leiden, das schon in früheren Post-Krisen-Phasen festzustellen war: Das Nachholtempo der Wirtschaft überfordert die Nachschubströme der Erzeuger wichtiger Güter und Produkte.

Mit anderen Worten: Dass wir wieder schnell von 0 auf 100 beschleunigen, wird dadurch verhindert, dass die entscheidenden Dinge fehlen. Wir würden halt gern das Gaspedal treten – wenn es denn erst einmal Gas gäbe. Und wenn da ein Pedal wäre.

Ein Grund für den Mangel an für die Produktion wichtiger Komponenten stellt der Umstand dar, dass das Angebot an Industriemetallen der hohen Nachfrage hinterherhinkt – was sich in den vergangenen Monaten bei Nickel, Aluminium oder etwa Kupfer bereits in Form teils kräftiger Kurszuwächse an der Börse widergespiegelt hat. Wer frühzeitig auf diese Rohstoffe gesetzt hat, kann sich durchaus als Gewinner in der Krise fühlen.



Wer den Boom wiederum verpasst hat, stellt sich indes die Frage, ob er immer noch einsteigen kann – oder ob er in eine der meistgefürchteten Fallen tappt, im Moment trügerischer Euphorie investiert und später von der Ernüchterung getroffen wird, dass sein persönliches Einstiegsniveau gleichzeitig ein historischer Höchststand war.

Nun lässt sich zwar am Kapitalmarkt nichts per se ausschließen, auch nicht, dass die Preise bei Industriemetallen nun nachhaltig nachgeben könnten. Allzu wahrscheinlich erscheint dieses Szenario aber nicht. Es geht der Wirtschaft nach Corona schließlich nicht nur darum, den Status von vor der Krise wieder herzustellen. Sie möchte vielmehr auch Versäumtes nachholen – was wiederum durch das vielzitierte Brennglas der Pandemie offensichtlich wurde.

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Da wären etwa die Energiewende, die an Fahrt gewinnende E-Mobilität und umfangreiche Konjunktur- und Infrastrukturprogramme in Europa und den USA – allesamt Themen, dank derer die Rohstoff-Nachfrage auf hohem Niveau bleiben dürfte. Selbst ein neuer Superzyklus ist möglich. Welcher Rohstoff vor diesem Hintergrund an der Börse besonders hohes Potenzial hat, ist zwar – vor allem für Privatanleger – schwer zu prognostizieren: Nickel etwa wird in der Elektromobilität gebraucht und ist aktuell extrem gefragt, für Kupfer gilt Selbiges auch bei Infrastrukturprojekten.

Festlegen muss sich der Börsianer aber auch gar nicht zwingend: Mit der Anlage in einen ETF auf einen breit gestreuten Rohstoffindex kann er von mehreren Trends in diesem Bereich profitieren. Und wenn es gut läuft, im übertragenen Sinne an der Börse richtig schön Gas geben. Pedal hin oder her.

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